wie alles begann…

  Der Wunsch, durch die Welt zu reisen, besteht bei uns beiden schon sehr lange. Der Entschluss, es wirklich durchzuziehen, wuchs innerhalb eines Jahres. Der gesetzliche Urlaubsanspruch (natürlich ist das in Deutschland Jammern auf hohem Niveau) gibt einfach nicht genug her, um die Länder der Erde gemütlich zu erkunden. Alex‘ Traum war (und ist es auch immer noch), mit dem Boot um die Welt zu segeln. Da ich mich dafür noch zu jung and aktiv fühle, denn man verbringt ziemlich viel Zeit auf dem Wasser, schlug ich vor, mit dem WoMo zu reisen, bevor es auf dem Wasserweg um die Welt geht. Mit dem WoMo haben wir noch viel mehr Möglichkeiten und kommen höchstwahrscheinlich an Orte, die vom Boot aus schwer zu erreichen sind. Alex ist schnell begeistert und stellt seinen Traum zurück: also erst WoMo, dann Boot. Zunächst, das war Dezember 2013/Januar 2014 hatten wir an ein Sabbaticaljahr gedacht, um mal zu testen, „wie sich das so anfühlt“. Da mein absoluter Traum eine Reise nach Australien und Neuseeland war (und immer noch ist), zogen wir in Erwägung, das WoMo zu verschiffen und in Australien/Neuseeland herumzureisen. Nach zwei, drei Monaten wurde daraus: „Ach, ein Jahr reicht eh nicht und wir wollen vielleicht nicht zurückkommen. Lass es uns ganz wagen!“ Also entstand die Idee, das WoMo nach Australien zu verschiffen und von dort aus zu schauen, wie es weitergeht. Das Verschiffen kostet einige tausend Euro, nimmt einige Woche in Anspruch und so dauerte es nicht lange, da fragten wir uns: „Warum eigentlich teuer verschiffen? Warum nicht auf dem Landweg zum 5. Kontinent?“ Wir schauten nach und stellten fest: keine schlechte Idee und äußerst abenteuerlich dazu. Hieraus entstand unser jetziger Plan: mit dem WoMo nach Dänemark, Verschiffung nach Island (über die Färöer-Inseln), von dort nach Skandinavien (vor allem Nordkap), dann über Sankt Petersburg weiter ins Baltikum, runter in die Türkei (der Weg dorthin steht noch nicht ganz fest) und dann nach Osten Richtung und durch die Mongolei. Der Weg durch Asien steht auch noch nicht fest, aber Endpunkt soll nach jetzigem Stand Singapur sein, um das WoMo nach Australien oder Neuseeland zu verschiffen. Wie es danach weitergeht (ob Verschiffung nach Afrika oder Südamerika), das wissen wir auch noch nicht. Das ist aber auch nicht wichtig, schließlich wollen wir uns treiben lassen und abgesehen von den sich ständig verändernden politischen Situationen werden wir wohl auch spontan entscheiden, wohin wir als nächstes fahren wollen.

  Abgesehen von der Route an sich ist auch die Vorbereitungsphase in Bezug auf den „Abnabelungsprozess“ eine Herausforderung. Da ist zum einen die Krankenkasse. Die gesetzliche Krankenkasse deckt keine Weltreise ab, also haben wir recherchiert und sind schließlich bei einer globalen Versicherung gelandet, die uns unbefristet in der ganzen Welt versichert – und das zu einem vernünftigen Preis. Was für mich sehr schwer war: Trennung von Wohnung und Arbeit. Nach der Wohnung habe ich zwei Jahre lang gesucht und wohnte gerade mal 5 Jahre darin, hatte mich so eingerichtet, dass ich mich sehr wohl gefühlt habe. Im Februar 2015 kündigte ich die Wohnung. Nun hatten wir auf jeden Fall einen festen Starttermin für das neue Leben, wie Alex so schön sagt. Blieb nur noch der Job. Mein erster richtiger Job gleich nach dem Studium, mein Traumjob, in dem ich viel reisen und verhandeln musste. Meinem Chef erzählte ich von meinen Plänen bereits im Dezember 2014, damit er nicht überrumpelt ist. Monate davor und auch danach quälten mich Fragen, wie: „Ist es die richtige Entscheidung?“, „Was, wenn’s schiefgeht?“… Im März 2015 kündigte ich schließlich meinen Job. Letztlich lebt man nur ein Mal und wie es so schön heißt (und Alex sagte mir das immer und immer wieder): „Sorge Dich nicht, lebe!“. Was in ein paar Jahren ist, weiß eh niemand. Warum also in der Zukunft und nicht im Hier und Jetzt leben? Irgendwie wird es schon weitergehen. Natürlich ist es gut, wenn der Partner optimistisch in die Zukunft schaut. Da er aber nicht wirklich neutral ist, tut es unheimlich gut, auch von anderen zu hören, dass wir das Tollste vorhaben, was man sich vorstellen kann und dass sie unseren Mut bewundern, alle Zelte abzubrechen. Insbesondere hat mir da eine gewisse Karo (und später dann auch ihr Lutz) geholfen, die, als ich ihr von unseren Plänen berichtete, sofort glänzende Augen bekam und immer wieder sagte: „Mach das!!! MACH DAS!!! Das wird sooo toll, das kannst Du Dir gar nicht vorstellen!“ Beide sind seit Jahrzehnten in der Welt unterwegs und wissen, wovon sie reden. Ein kurzer Plausch mit ihr reichte, um meinen von Sorgen geplagten Kopf wieder freizubekommen, um mich auf das konzentrieren zu können, was in unmittelbarer Zukunft vor uns liegt. Und später bei einem Abendessen mit Lutz und Karo, als Alex und ich gemeinsam über das Fahrzeug und die Reise sprachen, hat mich deren Begeisterung derart gerührt, dass ich Gänsehaut bekam. Alles wird gut. Und so ging ich mit einem tollen und gelassenen Gefühl aus diesem Gespräch heraus. Danke an dieser Stelle an Karo und Lutz!

  Der Rest wird sich schon irgendwie ergeben. 

In diesem Sinne: GO WITH THE FLOW!

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