St. Martin und eine Invasion

Erinnert ihr euch noch an die Nudelkäfer? Die tauchen plötzlich wieder auf. Immer mal wieder einer pro Tag, unten im Bad. Und während ich – nichts Böses denkend – jeden Tag einen Käfer nach dem anderen entferne, kommt mir erst nach ein paar Tagen der Gedanke, dass die Viecher ja auch irgendwo herkommen müssen. Und dann fällt es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen: der Nudelvorrat! Ich ahne Fürchterliches und sträube mich zunächst, mich dem Krabbelproblem zu stellen. Tatsächlich ist es viel schlimmer als gedacht. Alles voller Käfer. Gleich in zwei Stauräumen unter dem Sofa, die mit einander verbunden sind. Überall krabbeln sie herum. Obwohl ich beim letzten Mal alles gesäubert hatte, wir nur noch verschlossene Nudelpackungen gekauft haben, sind schon wieder viele Packungen befallen. Wie eine Invasion… Sie haben unsere Nudeln zur Unkenntlichkeit regelrecht pulverisiert. Und es war ein Trugschluss zu denken, sie kämen nicht durch die Plastikverpackung: da sind überall Löcher drin; dh, diese „Mistkäfer“ können sich da durchbohren. Ich räume alles raus, wische und desinfiziere, was das Zeug hält, fülle nichtbefallene Tüten in große festverschließbare Plastikboxen um. Packungen, bei denen ich unsicher bin, kommen – wie passend – in Quarantäne zur kurzfristigen Überwachung, ob es da nicht doch noch zu krabbeln anfängt. Außerdem legen wir kleine Giftköder aus, die tatsächlich den Rest der Käfer „erledigen“, die ich nicht entfernen konnte, weil sie in den Löchern und Ritzen verschwunden sind. Einige Nudelpackungen sind mal wieder verloren, aber die meisten können gerettet werden. Auch etliche Tage später scheint die Invasion erst mal beendet; ein Kontrollblick bestätigt: Käfer sind erfolgreich eliminiert.

Müllverbrennung St. Martin
Müllverbrennung auf St. Martin: Wenn wir etwas ändern wollen, dann ja wohl zuerst DAS! Der Rauch zieht bis in die Marigot Bay und stinkt abscheulich

Im April 2021 erreicht uns bzw. den Shop von Philippe und Olga (SurfAce in Marigot) unser Windsurf-Equipment aus Österreich. Das war eine nervenzerrende Angelegenheit, weil Herr Kurz zu diesem Zeitpunkt immer mal wieder Gebiete in Österreich komplett absperren ließ und wir nicht sicher sein konnten, ob unser Zeug es zumindest bis Le Havre schafft. Schließlich aber, nach 6 Wochen, kommt der Container auf St. Martin an und wir können ausgiebig Board und Segel testen.

Die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen besteht immer noch. Abgesehen von den beiden großen Supermärkten gehen wir nur in Shops, in denen die Inhaber keine Masken tragen. Offiziell ist das zwar überall vorgeschrieben, aber es gibt viele Ladenbesitzer, die rebellieren und den unfassbaren Unsinn nicht mitmachen. Die unterstützen wir gerne und kommen ins Gespräch. Da die Polizei auch hier immer mal wieder nachschaut, haben wir sehr großen Respekt vor deren Widerstand. Wie schon auf Curaçao erkennen auch hier die Locals, dass Corona ein riesengroßer Betrug ist.

Ende Mai/Anfang Juni werden wir alle mit einer 10tägigen Ausgangssperre bestraft, weil sich zu wenig mit dem experimentellen Liquid „behandeln“ lassen (ist das schon Kollektivhaft?). Als wir das hören, können wir nur müde lachen. Anders kann man auf sowas nicht mehr reagieren: von 20:00 Uhr bis 5:00 Uhr darf also niemand mehr raus. Das hat nichts mit Gesundheit zu tun, sondern mit Kontrolle und Gehorsamstraining. Hier auf der Insel funktioniert das nicht ganz so reibungslos, was zu kuriosen Regeln führt. Wie ich ja bereits geschrieben habe, ist St. Martin/Sint Maarten zweigeteilt: in einen französischen Teil und einem niederländischen Teil. Während Sint Maarten (niederländischer Teil) der niederländischen Krone angehört, jedoch weitgehend autonom ist (sogar eine eigene Währung hat – nämlich Antillengulden), werden die französischen Inseln von Präfekten geführt, die direkt dem französischen Präsidenten (derzeit Macron) unterstellt sind – sie können also überhaupt nicht machen, was sie wollen. So, und während also St. Martin beschlossen hat, die Bevölkerung mit einer Ausgangssperre zu drangsalieren, sieht Sint Maarten dazu überhaupt keinen Anlass. Da man jedoch verhindern will, dass die Grenze, die ziemlich mittig der Insel verläuft durch die Franzosen geschlossen wird, was unweigerlich zu Chaos führen würde, lässt sich Sint Maarten dahingehend erpressen, eine Art „Ausgangssperre“ von ca. 23:00 bis 3 oder 4 Uhr morgens einzuführen (wo ohnehin wenige ausgehen). Als wir mit den Mitarbeitern von Island Water World (einem Bootszubehörladen auf Sint Maarten plaudern, lachen sie nur und winken ab: Was für ein Unsinn das alles. Von der „Ausgangssperre“ bekommen sie im niederländischen Teil kaum etwas mit. 

Wir haben uns inzwischen einen waschbaren Lappen aus dünner weißer Baumwolle gekauft, der äußerst locker um die Gusche hängt und den wir immer wieder auswaschen können. Wir unterstützen die OP-Maskenhersteller nicht. Natürlich könnten wir den „Schutz“ genauso gut weglassen, weil der ja ohnehin nichts nützt, da ja Viren bekanntlich wesentlich kleiner sind und es ist, als würde man versuchen, Mücken mit einem Maschendrahtzaun fernzuhalten, so aber ist zumindest der Schein gewahrt. Während der Supermarkt auf der niederländischen Seite zwar eine Art Maskenpflicht hat, die Maske aber immer weiter herunterrutscht (bei den Mitarbeitern und bei uns sogar oft unter den Mund), werden wir auf der französischen Seite vom Security des großen Supermarktes barsch zurechtgewiesen, dass wir ihn gerade umbringen, weil wir die Maske nicht über der Nase tragen. Wir empfehlen ihm lachend, mal einen Blick auf die Gebrauchsanweisung seiner Maske zu werfen: Viren gehen  da ungehindert durch. Dann lässt er uns in Ruhe. Aber so kommt es, dass wir lieber den längeren Weg auf uns nehmen, um auf der niederländischen Seite einzukaufen. Diese stumpfe Befolgung von unsinnigen und widersprüchlichen Befehlen unterstützen wir nicht und nehmen den längeren Weg in Kauf.

Happy Bay, St. Martin
Happy Bay: super hübsche Bucht mit total zerstörtem Resort im Hintergrund – nichts wird hier wieder aufgebaut, und schon gar nicht besser

Und so lachen wir eigentlich jeden Tag müde, wenn wir die Header der deutschen Nachrichten lesen, insbesondere wenn sich Karl „Wir werden alle sterben“-Gesundheits-„Experte“ Lauterbach mal wieder zu Wort meldet. Jetzt droht er obendrein damit, Gesundheitsminister werden zu wollen – ein klarer Fall für Ignoranz und Selbstüberschätzung. Wisst ihr noch wie alles angefangen hat? Inzwischen befinden wir uns am 500. Tag der 14-Tage-„FlattenTheCurve“-Aktion mit kommender Impfpflicht. Aber die, die das alles haben kommen sehen und gewarnt haben, waren ja „Verschwörungstheoretiker“ bzw, sind es IMMER NOCH! Wie konnte es nur so weit kommen? Im Grunde haben doch schon wenige Monate ausgereicht, um Millionen Menschen gegeneinanderaufzuhetzen, Familien und Freundschaften zerbrechen zu lassen wegen… Ja, wegen was eigentlich? Einer riesengroßen Lüge. Als Kinder/Jugendliche haben wir George Orwell und Aldous Huxley gelesen: fast alle haben ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. Als Erwachsene leben wir in einer Orwell-Huxley-Kombination: fast alle nicken mit dem Kopf. Und während sich Merkel einer Fragerunde bzgl der Begründung für „Corona-Maßnahmen“ im Bundestag stellt, bekommt kaum jemand mit, dass diese Frau überhaupt keine Ahnung hat, wovon sie da spricht und deswegen – natürlich – auch das entsprechende Protokoll gefälscht wird (da stehen also Aussagen von Merkel drin, die sie so überhaupt nicht gesagt hat, damit niemand bemerkt, dass sämtliche Maßnahmen auf nicht ausreichender Datengrundlage basier(t)en). Es ist schön zu hören, dass die Bundesregierung  sowie andere Regierungen weltweit weitere Lockerungen am Horizont sehen, nur leider ist der Horizont laut Wikipedia „eine imaginäre Linie, die sich immer weiter zurückzieht, je näher man ihr kommt“. Auch da müssen wir wieder müde lachen: Man lässt die Menschen nur kurz am Schinken irgendeiner Form von „Normalität“ schnuppern, damit sie es alles immer schön weiter (mit)machen, als wäre die soziale Teilhabe kein Grundrecht. Und so heißt es fröhlich: „Liebe Zuschauer, vielen Dank für Ihre Teilnahme an der 3. Welle. Seien Sie im Herbst zur 4. Welle wieder voll mit dabei; diesmal unter dem Motto: „Frisch gebräunt wieder eingezäunt!“

Ich habe ein schönes Wort für unsere Regierung, die derart ungeniert unsere Grundrechte mit Füßen tritt (trifft auf viele andere Regierungen der Welt ebenso zu): Kakistokratie!

Ankerplatz Marigot Bay
Traumhafte Farben: türkis-blaues Wasser, grüne Berge, weiße MOCEAN

Fast 7 Monate sind wir schließlich auf der Insel. Eigentlich fast 8, wenn wir den Monat auf der niederländischen Seite mitzählen. Wir sind selbst überrascht, als wir unseren Aufenthalt Revue passieren lassen. Die Zeit ist wahnsinnig schnell vergangen und die Ruhe hat uns im Grunde sehr gut getan. Witzigerweise haben wir es nicht einmal „geschafft“, ein Auto zu mieten, aber es gibt hier ohnehin nichts, was man sich anschauen müsste. Die letzten Monate warten wir auf Ersatzteile von Yanmar, weil diese peu à peu aus den USA eintreffen. Ab Ende Mai wird der Captain nervös: die Hurrikansaison startet demnächst und wir wissen noch nicht, wohin mit uns. Auf jeden Fall müssen wir in den Süden. Nach einem Gespräch mit Segler René von „Island Water World“ müssen wir uns keine großen Gedanken machen: Man werde auf der Insel erst ab August langsam nervös, da Hurrikans erst zwischen August und Oktober erwartet würden. Na denn…

Außerdem hat sich Gilles für Juni auf St. Martin angemeldet: er bekommt  eine junge Biologiestudentin namens Camille an Bord, die für einen Monat mit Gilles und Tony segeln wird, um von Martinique aus wieder zurück nach Frankreich zu fliegen. Also wollen wir auf die beiden warten und noch mal ordentlich grillen, bevor wir aufbrechen.

Und dann kann uns ausgerechnet ein junger Security-Mitarbeiter des Carrefour-Supermarkts auf der niederländischen Seite noch überraschen. Er kommt lächelnd auf uns zu und erklärt uns fröhlich folgendes: er habe gerade gelernt, dass es total egal sei, dass er Jamaikaner ist, da wir ja alle Eins, Eins mit der Erde, dem Kosmos seien. Er lacht, gibt uns die Hand und läuft weiter. Wir möchten ihn am liebsten umarmen: ALL lives matter! Warum er damit zu uns gekommen ist, wissen wir nicht, aber es hat uns den Tag verschönert! Es zeigt uns, dass es glücklicherweise Menschen gibt, die sich nicht durch Soros-Organisationen das Hirn vernebeln lassen und die aktuellen Ereignisse offen hinterfragen.

Am 24. Juni 2021 klarieren wir aus und segeln langsam Richtung Süden.


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