Carriacou und Grenada – Von Strand zu… Strand

Wenn man Namen wie Grenadinen, Grenada und Carriacou hört, könnte man meinen, wir segeln von einem leckeren Cocktail zum nächsten. Dabei segeln wir im Grunde von Strand zu Strand.

Von Union Island machen wir noch einen kleinen Abstecher nach Petit St. Vincent, einer bildhübschen kleinen Insel mit einem Eco-Luxusresort unter tropischen Bäumen darauf. Segler sind gerne im Restaurant willkommen. Wir ankern mit schönem Blick auf die Insel und genießen unseren Sundowner auf Mopion Island, einem Sandhügel im Meer unweit vom Ankerplatz entfernt. Umringt von Korallen müssen wir aufpassen, nicht mit dem Dingi hängenzubleiben. Auf der Miniinsel steht eine kleine Palapa, ein Schirm aus Palmenblättern, vor der wir unseren Luftsack Richtung Sonnenuntergang postieren. Dann wird es laut: ein größeres Beiboot entlässt ca. 10 Gäste auf die Insel und da wird es plötzlich ein bisschen eng auf dem Sandhaufen. Ein Foto ohne einen anderen drauf wird jetzt schwierig. Der Meeresspiegel steigt langsam und als die Sonne untergegangen ist, fahren wir im letzten Licht zurück zu MOCEAN.

Am nächsten Tag segeln wir gemütlich die 12 NM nach Carriacou und klarieren in der Tyrell Bay ein. Das geht schnell und unkompliziert im Gebäude der Marina. Uns zieht es nach Grenada (33,2 NM), weil wir dringend unser Antifouling erneuern müssen: das HEMPEL-Antifouling (Türkei, Mitte Mai 2019) färbt von Beginn an alles schwarz, was damit in Berührung kommt. Besonders ärgerlich ist das bei dem Beiboot und beim SUP – überall schwarze Flecken und Streifen, die kaum bis gar nicht abzuwaschen sind. Sobald wir mit der Hand unter Wasser über das Antifouling streichen, entsteht eine schwarze Wolke, was ja nicht Sinn und Zweck des Antifoulings sein kann. Es hat den Anschein, als löse es sich einfach auf. Wir haben es erst darauf geschoben, dass es sich ja um selbstpolierendes Antifouling handelt und sogar der deutsche Hersteller bestätigte, dass das normal sei. Aber uns kommt das komisch vor. Zudem hat sich seit unserer Ankunft in der Karibik ein regelrechter blühender Garten an unseren Rümpfen gebildet und zu allem Übel dringt auch noch Wasser durch den Saildrive auf der Steuerbordseite ein – MOCEAN muss also dringend raus. Der erste Stopp ist St. George’s, wo wir ein bisschen spazieren gehen. Aufgrund der vielen Muskatplantagen wird Grenada auch als „Gewürzinsel“ bezeichnet. Hier kann man Muskatnusseis probieren, wenn man das will. Wer das mal ausprobieren möchte: Vanilleeis kaufen und Muskatnuss drüberreiben – und, schmeckt’s?

Uns fällt die Waterfront sofort auf: die bunten Häuser der Hauptstadt liegen nebeneinander an der Carenage, dahinter erstrecken sich die saftig grünen Berge. Aus der Ferne ist es wie eine malerische Illustration einer Kleinstadt. Aus der Nähe betrachtet sind viele Häuschen verfallen und die Stadt wirkt nicht mehr ganz so einladend. Das Fort aus dem 18. Jahrhundert hat leider schon geschlossen, als wir ankommen, aber wir haben einen fantastischen Blick auf St. George’s. Wir finden einige gute Lebensmittelgeschäfte, um unsere Vorräte aufzufüllen. Es ist hier etwas weniger teuer als auf den Grenadinen, also schaffen wir viel Platz für jede Menge Carib-Bier. 😁

Da es uns nichts auf Grenada hält, spazieren wir noch kurz den langen Grand-Anse-Beach zu unserer rechten entlang (jeden Tag werden etliche Touristen von Kreuzfahrtschiffen dort hingebracht, also MUSS der Strand eine Attraktion sein), lichten den Anker und segeln 13 NM äußert ungemütlich die atlantische Seite entlang zur Clarkes Court Bay. Wir haben eine Pumpe bestellt und dort hinliefern lassen. Die wollen wir abholen und bei der Gelegenheit mal schauen, was die Werft so kann und ob das ein geeigneter Ort wäre, MOCEAN aus dem Wasser zu holen. Aber irgendwie mögen wir es nicht: es wirkt dort ungemütlich, dunkel, die Werft klein (obwohl ein Lift für MOCEAN vorhanden wäre) und wir wären von allem komplett abgeschnitten, denn dort ist nichts. Wir hätten keinerlei Möglichkeiten, einzukaufen oder herumzulaufen. Wir werfen das in die Waagschale mit dem Argument, dass der Haul-out doch aber  wesentlich günstiger sein wird als beispielsweise auf Martinique. Ursprünglich wollten wir erst auf Curaçao einen Haul-out einplanen, aber solange können wir nicht mehr warten. Wir sind dermaßen unschlüssig, dass wir erst mal wieder wegsegeln. 38 NM zurück nach Carriacou. Dort machen wir es uns vor Sandy Island gemütlich, einem mit Bäumen bewachsenen Sandhaufen vor Carriacou. Es ist ein Marinepark und wir müssen Ankergebühren zahlen, haben dafür aber einen tollen Blick auf den leuchtenden Sandstrand. Die Bewohner Carriacous haben Bäume angepflanzt, damit sich die Sandinsel besser hält, sonst wäre sie wohl schon weggespült worden. Auf dem Weg dort hin haben wir einen schönen Mahi-Mahi gefangen, auch Goldmakrele oder Dolphinfish. Das Fleisch reicht für eine Tage.

Wir überlegen hin und her, und her und hin. Wir fragen sowohl auf Martinique als auch auf Grenada an, was genau Haul-out und Antifouling kosten würden. Da wir aus Grenada kein vernünftiges (nachvollziehbares) Angebot erhalten, entscheiden wir uns schließlich gegen Grenada. Letztlich würde es insgesamt wohl ähnlich viel kosten, da auf Grenada das Antifouling bereits wesentlich teuer wäre. Die Entscheidung war gut, denn wir hören später, dass mit Kunden nicht immer nett umgegangen würde. 

Wir hören von unseren australischen Freunden, Michelle und Glenn, die wir in der Türkei kennengelernt und die nach uns den Atlantik überquert haben, dass sie auf Bequia (St. Vincent und die Grenadinen) gelandet seien und so entschließen wir uns, schnellstens zu ihnen zu segeln, um ein Wiedersehen zu feiern. Am 9. Februar 2020 klarieren wir aus und segeln wieder nach Norden.


SVG -> Carriacou = 12 NM; Carriacou -> Grenada = 33,2 NM; Grenada = 26 NM; Grenada -> Carriacou = 38 NM; Carriacou = 6,3 NM

NM insgesamt: 6.666 NM


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