Ulan Bator: Organisation des Russland-Visums von unterwegs und Aufenthaltsverlängerung (Mongolei)

„Haben die überhaupt Autos?“ werde ich gefragt, als ich Kontakt nach Deutschland habe, während wir durch die mongolische Steppe fahren. Meistens sieht man auf Bildern aus der Mongolei Menschen auf Pferden, vielleicht noch auf Motorrädern. Aber Autos? Ich hatte bereits über Länder geschrieben, bei denen bestimmte Automarken bevorzugt herumfahren. Die Mongolei ist wieder so ein Land. Und welche Automarke ist hier mit am häufigsten zu sehen? Na? Kommt man nicht drauf. Auch wir sind extrem überrascht. Es ist Toyota und zwar der Prius. Ein Hybrid! In der Mongolei! Hätt‘ ich nie gedacht. Insbesondere rund um Ulan Bator sind die Hybrid-Flitzer zuhauf unterwegs. Was ich eigentlich ganz gut finde, denn Ulan Bator liegt zwischen den Bergen und da liegt gerne mal die ganze Stadt im Dunst. Außerhalb der Hauptstadt herrscht fantastisch wenig Verkehr. Manchmal ist man hunderte Kilometer ganz allein auf der Straße, was aber nicht verhindert, dass exakt an der Stelle, wo es dann doch mal brenzlig wird, wegen einer Fahrbahnverengung oder Tieren auf der Straße, dann doch plötzlich ein Auto auftaucht. In der Hauptstadt selber ist der Verkehr eine Katastrophe. Im Schritttempo muss man sich im Stau auf den schmalen Straßen behaupten, um vorwärts zu kommen, da wird rücksichtslos gedrängelt, Kreuzungen werden dicht gemacht, gehupt… Trotz Ampeln bedarf es dann der Polizei den Verkehr zu regeln. Wenn sie das denn könnte und die Mongolen auf die Polizei hören würden. Da steht der Polizist mitten auf der Kreuzung und schwingt sein Stöckchen. Für „Weiterfahren“ und „Stopp“ schwingt er aber völlig identisch, so dass selbst die Mongolen nicht wissen, was sie machen sollen. Wir werden ebenfalls Opfer dieser Zweideutigkeit und werden mit erbosten Worten des Polizisten auf unseren Platz zitiert. Jedenfalls entsteht so ein herrlicher Knoten mitten auf der Kreuzung, weil ja nun mal jeder irgendwo hin will und das sofort und als Erster.

Wir steuern das „Oasis“ in Ulan Bator an, einfach, weil das offensichtlich alle ansteuern und es die einzige Adresse für Overlander mit Fahrzeugen zu sein scheint. Außerdem müssen wir dringend Wäsche waschen. So quartieren wir uns für drei Nächte dort ein und treffen sogar ein paar Overlander, unter anderem Joy und Sven, die mit ihrem Puch auf Tour sind.


Hauptanliegen unseres Aufenthaltes in Ulan Bator ist zum einen unser Russlandvisum und zum anderen unsere Aufenthaltsverlängerung für die Mongolei.

Visabeschaffung aus Deutschland und Zusendung

Wir haben unsere Pässe gleich nach dem Grenzübertritt nach Russland von Omsk aus mittels DHL Express nach Deutschland geschickt, direkt zum Reisebüro, das uns die Visa besorgt hat. Das war für uns einfacher, als es selber zu organisieren. Das Versenden der Pässe über DHL Express ist schon kostspielig, allerdings waren die Pässe nach gerade mal 3 Tagen bei der Empfangsadresse. Das funktioniert großartig. Die Zusendung aus Deutschland in die Mongolei geht genauso einfach:

Empfängername (der eigene Name), Postcode und Stadt (Ulan Bator) angeben und auf den Umschlag gut sichtbar „Hold for Pick up“ schreiben. Ich habe es direkt an die DHL-Filiale in Ulan Bator (Peace Avenue 10/5, Ulaanbaatar 14210) schicken lassen.

Das hat super geklappt. Da es als Wert-Briefsendung verschickt wurde, konnte ich die Sendung sehr gut nachverfolgen und sehen, wann die Sendung im Verteilzentrum eintraf. So konnten wir unmittelbar nach Ankunft unserer Sendung in die DHL-Filiale gehen und sie in Empfang nehmen. Der Versand hat etwa 8 Tage gedauert.

Aufenthaltsverlängerung in der Mongolei

Für Deutsche Staatsbürger ist es derzeit äußerst komfortabel, dass sie sich vier Wochen visumsfrei in der Mongolei aufhalten können. Möchte man sich mehr als vier Wochen in der Mongolei aufhalten, benötigt man vorab ein Visum. Ich hatte, noch während wir in der Mongolei herumfuhren, gelesen, dass eine Aufenthaltsverlängerung von maximal zwei Wochen kein Problem sei. Einfach zur Migration Agency und zwei Wochen beantragen. Kein Problem. … Nicht, wenn wir das wollen:

Wir stehen vor der Migration Agency (Koordinaten: 47.853507, 106.782459) und laufen mit unserer Dokumentenmappe unterm Arm ins Gebäude und dann rechts durch die Tür in den Wartesaal. Auf der linken Seite befinden sich die Schalter, die für uns zuständig sind. Der Mann am Schalter erklärt, dass wir uns das Formular besorgen (Schalter am Eingang des Wartesaals rechts), es ausfüllen und mit einem Foto versehen bei ihm angeben müssten. Außerdem noch jeweils zwei Kopien vom Pass, und zwar vom Lichtbild und vom Einreisestempel. Wir erledigen alles, ich schreibe ausführlich den Grund der Verlängerung in das vorgesehene Feld. Wir geben die Unterlagen ab und sollen in 20 Minuten wiederkommen. Eine halbe Stunde später stehen wir wieder am Schalter. Wir werden darüber informiert, dass seit dem 1. Juli 2018 keine Aufenthaltsverlängerungen mehr erteilt würden. Ich frage, ob das auch für Deutsche gelte? Ja. Oh je, und jetzt? Der Beamte fragt nochmal nach dem Grund der Verlängerung, drückt dann ein Auge zu und genehmigt uns ausnahmsweise noch die gewünschte Verlängerung. Bevor wir unsere Pässe in Empfang nehmen können, müssen wir den Betrag in Höhe von 20€ (10€ pro Person) bei der Bank im Haus einzahlen. Wir legen die Quittung vor und erhalten unsere Pässe zurück. Puh, Glück gehabt!


Zur Feier des Tages schauen wir uns ein bisschen Ulan Bator an. Viel zu sehen gibt es nicht; die Gandan Tegchenling Monastery erscheint uns am interessantesten.

Am nächsten Tag machen wir uns auf Richtung Grenze.

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