Dubai und ein kulinarischer Wellnesstag

Die Tage in Dubai sind gezählt – fast! Noch am Donnerstag nach der Visumerteilung für den Iran buchen wir die Überfahrt mit der Fähre, die uns von Sharjah nach Bandar Abbas bringen soll. Jetzt haben wir noch zwei Tage Zeit und was kann man da besser machen, als unsere letzten Erfolge (Rückgabe des Fuso Expeditionsmobils und das Transitvisum für den Iran) gebührend zu feiern. Ich würde gerne schick essen gehen, kann mich aber nicht entscheiden: Burj al Arab oder Burj Khalifa? Schwierig. Eigentlich wollte ich schon immer in den Burj al Arab, aber im höchsten Gebäude der Welt dinieren wäre auch toll. Also entscheide ich nach der Karte. Und da gefällt mir das Menü im Burj Khalifa etwas besser. Die Entscheidung ist gefallen: ich reserviere einen Tisch im Restaurant „At.Mosphere“ im Burj Khalifa für Freitag Abend.

Wir stehen immer noch am Jumeirah Beach und ich schiele die ganze Zeit auf den Burj al Arab. Verdammt. Aber zwei Dinner kommen nicht in Frage. Da lese ich, dass man im Burj al Arab brunchen kann. Das geht aber immer nur – ausgerechnet – freitags. Blöd. Da ist ja das Dinner schon. Ach was, denke ich, da liegen doch Stunden dazwischen. Also frage ich Alex, ob er Lust hätte, mit mir im Burj al Arab zu brunchen. Warum nicht?

Brunch im Burj al Arab – im „Turm der Araber“

Und so werfen wir uns am Freitag Morgen in Schale, nehmen ein Taxi und stehen gerade an der Schranke zum unverwechselbaren und schönen Hotel in Segelform. Wir stehen auf der Liste, die Schranke geht hoch und wir werden direkt vor den Eingang gefahren. Wir stehen ehrfürchtig in der hellen Eingangshalle in einem der teuersten und luxuriösesten Hotels der Welt. Marmor, Granit, Mosaik und Blattgold erstrahlen in dem ca. 1.5 Milliarden $ (geschätzt) teuren Gebäude. Wasserspiele, die „Musik platschen“, weich getuffte Teppiche… Um in die eigentliche Lobby zu gelangen, fahren wir mit der Rolltreppe an einem 3 Meter hohen Aquarium, in dem sich Korallenriffe befinden, entlang. Die 202 „Zimmer“ in diesem Hotel sind ausschließlich Suiten in einer Größe zwischen 169 qm und 780 qm.

In der Lobby werden wir von einer Dame begrüßt, die uns in den Fahrstuhl begleitet, der uns direkt zum Restaurant Al Muntaha bringt. Mit spürbarer Geschwindigkeit stehen wir dann in dem in 200 Metern Höhe auf der Seeseite aus dem Gebäude ragenden Restaurant. Wir sind früh dran und werden zu unserem Tisch am Fenster geleitet. Fensterplätze kann man nicht reservieren und werden je nach Verfügbarkeit vergeben. Wir haben bei einem Glas Champagner einen fantastischen Blick auf Palm Jumeirah und auf den Persischen Golf.

Die Auswahl ist riesig: von Seafood (Hummer, Muscheln, Krabben, Austern, Fisch) und Sushi über herrlich angerichtete Gläschen mit verschiedenen Salaten über eine kleine Garküche bis zu einer Theke mit kleinen Küchlein, verschiedenen Desserts und Eiscreme… Am besten, man hat am Tag zuvor nichts gegessen.

Wir sitzen 5 Stunden (von 10:00 bis 15:00 Uhr) an unserem Tisch mit Meerblick und futtern uns durch. Mein Magen lässt sich leider nicht so weit dehnen, wie meine Augen es sich wünschen würden. Oh oh, denke ich. Aber gegen 15 Uhr geben wir auf. Theoretisch könnten wir bis 15:30 Uhr sitzen bleiben, aber wir müssen uns dringend bewegen. Um 19:00 Uhr haben wir ja schon wieder die nächste Verabredung. Nur 4 Stunden Zeit, um Platz zu schaffen. Also rollen wir uns aus dem Restaurant in den Fahrstuhl und fahren wieder nach unten. Mit einem letzten Blick auf das Segelhotel beginnen wir einen Marsch Richtung Burj Khalifa. Bewegung. Das tut gut. Bis kurz vor 19:00 Uhr laufen wir noch in der Dubai Mall herum, um dann einmal um den Burj Khalifa, mit 828 m Höhe das höchste Gebäude der Welt, zu laufen, denn wir müssen zum Armani Hotel.

Dinner im Burj Khalifa

Im Armani Hotel sind wir verwundert, dass es so dunkel ist. Schummeriges Licht, dunkle Möbel – es wirkt ein bisschen bedrückend und nicht so luftig leicht wie der Burj al Arab. Zunächst müssen wir zunächst auf eine andere Ebene, um dann mit dem Fahrstuhl in den 123. Stock zu kommen. Zunächst müssen wir warten, bis der andere Fahrstuhl zum Stehen gekommen ist, dann schießen wir mit einer Geschwindigkeit von etwa 2 Etagen pro Sekunde hoch. Die Fahrt dauert zwischen 55 und 60 Sekunden (mit 36 km/h einer der schnellsten Aufzüge der Welt). Mehrfacher Druckausgleich ist notwendig. In der 123. Etage angekommen, müssen wir wieder eine Etage runter, denn das Restaurant At.Mosphere befindet sich im 122. Stock. Auch hier empfängt uns schummriges Licht, was ich erst später, als es dunkel ist, zu schätzen weiß, denn andernfalls würden die Lampen zu sehr in den Fensterscheiben reflektieren und die grandiose Aussicht trüben. Auch hier bekommen wir einen Tisch am Fenster. Ich möchte das 7-Gänge-Menü für uns bestellen, inklusive einer Flasche Rotwein, da Alex ja seit der Türkei in Askese lebt.

Mit unserem Kellner haben wir sehr viel Glück. Julius erklärt uns jeden Gang, den man blumiger nicht beschreiben kann. Manchmal sollen wir raten, was das sein könnte. Nach jedem Gang werden wir gefragt, wie es uns geschmeckt hat. Was sollen wir sagen? Wir finden irgendwann keine Worte mehr, weil uns die Superlative ausgehen. Julius ist interessiert, wie wir mit dem Auto um die Welt fahren. Er selber hat schon eine lange Motorradtour durch Indien hinter sich und träumt von einer längeren Auszeit. Schließlich fragen wir aus Spaß, ob der Koch nicht Lust hätte, uns zu begleiten. Julius richtet unsere Begeisterung gerne aus und schon kommt der Koch Eka Mochamad an unseren Tisch, um sich vorstellen. Die Gänge sind kaum zu beschreiben, eine Geschmacksexplosion nach der anderen, so viele verschiedene Zutaten, die perfekt auf einander abgestimmt sind. Wir sitzen gemütlich in 442m Höhe und genießen die Aussicht auf Dubai; am Horizont erstreckt sich die Wüste. Den vorletzten Gang bekomme ich kaum noch runter, weil mein Magen streikt. Die Gürtel werden 3 Löcher weiter geschnallt, aber viel hilft das nicht. Der letzte Gang, das Dessert, geht immer. Mehr hätte ich auf keinen Fall essen können und wollen.

Am darauffolgenden Tag rühren wir nichts Essbares an; wir zehren mindestens einen kompletten Tag von unserem „Wellnesstag“.

Übrigens: Fast hätte das neue Wahrzeichen seine Erbauer in den Ruin gestürzt: Die internationale Finanzkrise ging nicht spurlos an Dubai vorbei und so ging den Erbauern das Geld aus. Milliardenschwere Hilfe kam aus Abu Dhabi, ein Emirat, das wesentlich vernünftiger wirtschaftet, und deswegen heißt die Nadel nicht, wie ursprünglich geplant, Burj Dubai, sondern Burj Khalifa, benannt nach seinem großzügigen Geldgeber.

Dubai zelebriert zu diesem Zeitpunkt außerdem das Sheikh-Zayed-Jahr! Der Burj Khalifa zeigt eine atemberaubende 7-minütige Lasershow begleitet von Gänsehaut verursachender klassischer Musik und hochschießenden Wasserfontänen. Es ist die größte Laser- und Musikshow an einem Gebäude (fast 110.000 qm, also um die 27 Fußballfelder) und schlägt damit die Show in Hong Kong von 2013 („nur“ um die 47.000 qm) – neuer Weltrekord. Diese fantastische Show ist eine Hommage an den Gründungsvater der VAE: Sheikh Sayed Bin Sultan Al Nahyan.


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