Odyssee Teil 6: Was mit unserem Fuso Canter 4×4 geschah

Vor dem Kauf des Fuso Canter 4×4 haben wir das Netz durchstöbert und nach Prospekten, technischen Details und vor allem Erfahrungsberichten von Reisenden zu Fahrzeug und Fahrzeugbauern gesucht. Gefunden haben wir nur überschwängliches Marketingmaterial der beiden Hersteller (Fuso und Aufbauer) sowie positive Erfahrungsberichte von den Fuso-Eigentümern. Heute wissen wir: Man spricht nicht schlecht über sein Eigentum, denn: Der einfachste Weg ist, mangelhafte Sachen/Fahrzeuge wie in einem Schneeballsystem weiterzuverkaufen, bis sie bei einem landen, der darauf sitzen bleibt.

Wir haben damals entschieden ein neues Wohnmobil bauen zu lassen, weil wir möglichst wenig Zeit mit dem Fahrzeug und möglichst viel Zeit mit unseren Hobbys verbringen wollten. Unsere Webseite sollte Informationen über unsere Reise und Erlebnisse bieten und keine Kummerecke für technische Probleme sein. Trotzdem konnten wir es nicht verhindern: über 12 Wochen innerhalb von 11 Monaten standen wir allein in Fuso-Fachwerkstätten und so wurden technische Probleme zu einen großen Teil unserer Reise.

Nun ist ja bereits aufgefallen, dass der Fuso plötzlich von der Bildfläche verschwand und gegen einen Mercedes Benz 1120 AF ausgetauscht wurde. Was ist nun also aus dem Fuso geworden?

Um es vorwegzunehmen: unser Fuso steht wieder beim Erzeuger. Es hat so ziemlich genau 1 Jahr gedauert, den Vertrag rückabzuwickeln. Das ging leider nicht ganz ohne gerichtliche Hilfe, aber letztlich kamen wir Anfang November 2017 zu ein für uns tragbares Ergebnis und haben das Thema endlich vom Tisch. Grund für den Erfolg: die Richterin sah u.a. den nicht isolierten Alkoven als nicht vertragsgemäß an. Der Aufbauer hatte den Boden des Alkovens komplett ausgeschnitten und einfach eine 10mm Sperrholzplatte auf das Fahrerhaus geklebt, links und rechts Bauschaum gesprüht und die ganze Zeit behauptet, das sei ausreichend isoliert. Bereits auf Island bei gemäßigten Wintertemperaturen haben wir gefroren und der Alkovenbereich sowie die Matratze waren klatschnass. Aber langsam: wir waren in Rumänien stehengeblieben….

Rumänien hat uns die Augen geöffnet, was den Fuso-Service betrifft. Nicht nur in Deutschland trifft man auf Fuso-Werkstätten, die keinerlei Lust auf dieses Fahrzeug haben, ja dem Eigentümer sogar dringend raten, ein Verkaufsschild an das Fahrzeug zu hängen. Constanza war die Unlust von Werkstätten par excellence! Der Werkstattleiter rührte keinen einzigen Finger. Nicht mal, um zu schauen, ob eventuell noch weitere Ersatzteile notwendig wären. Stattdessen tippte er nur die von uns angegebenen Teile ins Bestellsystem, wie zuvor lange mit After Sales Services besprochen, und erklärte uns jeden Tag drei Wochen lang, dass der Bestellstatus „rosa“ sei. Es tat sich nichts. Und anrufen durfte, konnte und wollte er auch nicht in Deutschland (Auslandsgespräche waren angeblich gesperrt). Klar hatten wir Kontakt zum After Sales Service in Deutschland, die unseren Werkstattaufenthalt und die Ersatzteillieferung organisiert hatten, aber das brachte überhaupt nichts; die Teile kamen nicht und eine Lieferzeit war auch nicht bekannt. Erst, als wir uns direkt beim Fuso-Vorstand über den unzumutbaren Zustand beschwerten, regte sich etwas im Konzern. Plötzlich meldete sich der Europa-Manager Service bei uns, mit dem wir dann fast täglich den Lieferstatus besprachen. Interessanterweise war die Begründung des Werkstattleiters in Constanza, keinen Finger an unserem Fahrzeug zu rühren, dass der Fuso so nicht existieren dürfte. Er hatte Angst, dass durch den Umbau am Fuso keine Garantie von Fuso mehr bestünde und er auf seinen Kosten hängen bleiben würde. Sein Bauchgefühl war wohl richtig, aber das konnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen. Und wir beschäftigten uns langsam mit der Frage, ob wir unsere Reise abbrechen müssen und den Fuso nach Deutschland zurückfahren sollten…

Im Juli 2016 sandte Fuso zwei „Ingenieure“ aus Stuttgart ein: einer, der an unserem Fahrzeug arbeitete, einer, der nur telefonierte und sich auf Kosten der Firma eine schöne Zeit machte. Die beiden kamen wie Agenten cool, lässig und mit dunklen Sonnenbrillen an und begrüßten uns – ausgerechnet – ganz wichtig auf Englisch. Zur Begrüßung erklärten sie uns rau und arrogant: sie wären gekommen, um uns zu helfen, dies aber nur nach ihren Regeln! Sollte uns das nicht passen, wären sie sofort wieder weg. Wir waren sprachlos, so nach 6 Wochen Warten begrüßt zu werden. Gleich danach wiesen uns die Fuso-Ingenieure darauf hin, dass wir das Fahrzeug nicht sachgemäß eingesetzt und behandelt hätten. Dabei zeigten sie auf den Aufkleber an der Fahrerseite des Fusos:

Aufkleber Fuso Canter 4x4 Offroad Gelände
Der Aufkleber an der Fahrertür; der obere Aufkleber verbietet Fahrten abseits asphaltierter Straßen

Auf unsere Frage, was denn unter „Offroad“ zu verstehen sei, bekamen wir die Antwort: „Alles, was nicht asphaltiert ist!“

Differential, Zwischengetriebe, Getriebe und Steckachsen wurden getauscht; GEMUSST hätte noch viel mehr getauscht werden müssen, aber die Zeit war knapp und offensichtlich sollte nur das Nötigste gemacht werden. In der Zeit des Wartens machten wir uns ständig Gedanken darüber, weshalb das Differential wohl gebrochen ist, um einen erneuten Defekt möglichst verhindern zu können. Als das ausgebaute Differential zeigte, dass zwei Sicherungssplinte fehlten und klar war, dass bei der letzten Reparatur ein Fehler gemacht wurde, waren wir erstmal beruhigt. Diesmal würde das komplette Differential getauscht und somit könnte kein Fehler passieren – dachten wir!

Da die Sicherungssplinte fehlten, hatten sich die Zähnräder im Differential langsam herausgedreht, hatten Macken hinterlassen und ab der Ukraine waren Zähne herausgebrochen. Das erklärt auch den lauten Knall an der Ampel in Kiew und genau deshalb sind wir auch mitten in der Pampa in der Ukraine liegengeblieben. Viele Zähne waren komplett zerstört, konnten nicht mehr greifen.

Im Vergleich dazu ein neues Differential:

Es ist ein Wunder, dass wir überhaupt von Norwegen bis in die Ukraine gekommen sind. Alex konnte seine Erleichterung nicht verbergen, dass es nun nachweisbar nicht unsere Schuld war; zumal wir das Fahrzeug nicht „falsch eingesetzt hatten“ (im Gegenteil: wir hatten ja aus Angst überhaupt nichts gewagt). Wir hatten nämlich das Gefühl, dass Fuso nur nach etwas suchte, um sich aus der Garantieleistung herauszuwinden. Die Fuso-Agenten schreckten vor nichts zurück, sie wollten den Fuso wiegen, um – so unsere Annahme – darlegen zu können, dass das Fahrzeug viel zu schwer ist. Wir haben mitbekommen, dass gewogen werden sollte und erklärten, dass wir unbedingt dabei sein möchten, weil dies auch für uns ein Thema war, das uns seit der Übernahme beschäftigte. Aus unerklärlichen Gründen fuhren die Mitarbeiter aber heimlich auf die Waage und stritten erst ab, das Fahrzeug gewogen zu haben. Was sie nicht wussten: eine Dash-Cam war im Fuso installiert, um unseren Reiseweg aufzuzeichnen. Den Film schauten wir uns also an und siehe da: man war auf der Waage. Da wir unsere Abwassertanks entleert und kaum Frischwasser im Fahrzeug hatten, wog der Fuso etwas weniger als 7,49 t. Erstmals wurde uns hier tatsächlich bewusst, dass wir ein Fahrzeug vom Aufbauer bekommen haben, das statt gemäß dem ersten TÜV-Gutachten vom Aufbauer mit 5,93 t und gemäß dem zweiten TÜV-Gutachten vom Aufbauer mit 6,7t fast 7 t leer wiegen musste (ist tatsächlich so, wir haben das im Januar 2017 beim TÜV Süd nachwiegen lassen). Ein Schock für uns, bis kurz vor Übergabe vom Aufbauer hieß es nämlich, wir bekämen ein Fahrzeug mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 6,5 t und einer Zuladung von 800 kg, also 5,7t Leergewicht. Wir waren also nicht nur locker über dem zugesagten Gewicht, sondern obendrein auch noch weit über dem zulässigen Gesamtgewicht im Fahrzeugschein.

Die Fuso-Ingenieure begannen mit der Reparatur. Der Werkstattleiter hatte seine Einstellung nicht geändert und verweigerte seine Unterstützung weiterhin komplett. Als die Komponenten getauscht waren, gab es ein Problem: das bestellte, spezielle Öl für das Differential war immer noch nicht da. Innerhalb der mehr als 6 Wochen hat Fuso es nicht liefern können. Der wortführende Fuso-Ingenieur ließ sich vom rumänischen Werkstattleiter zeigen, welches Öl er vorrätig hatte: Getriebeöl. Da Alex von dem fehlenden Öl wusste und auch, wie wichtig es war, das richtige Öl einzufüllen, damit das neue Differential nicht beschädigt wird, diskutierte er 4 Tage lang x-mal, dass nur das spezielle Öl, das mit Limited-Slip-Zusatz, in das Differential gehöre, andernfalls das Differential wieder kaputtgehen würde, weil anderes Öl nicht über die notwendige Konsistenz verfüge. Allen war das letztendlich klar! Aber das Öl kam nicht und die Zeit lief und so entschied der Wortführer heimlich, einfach normales Getriebeöl zu verwenden. Er nutzte einen Moment als Alex nicht da war und kippte das falsche Öl rein. Als Alex nachfragte, woher jetzt das Öl plötzlich kam, wurde er wieder barsch zurecht gewiesen. Wir fuhren einige Kilometer Probe und alles war normal und wir zufrieden. Am nächsten Tag machten wir uns auf in die Karpaten. Nach nur wenigen Tagen und Kilometern kündigte sich dann aber, mit quietschendem Geräusch, bereits der nächste Differentialschaden an: Rattermarken, deutlich hör- und spürbar, in Kurven und schon unter leichter Last. Wir setzten uns mit dem Europa-Manager Service in Verbindung, der die selben „Spezialisten“ nochmal schicken wollte. Wir lehnten dankend ab und erklärten die Vorfälle. Es wurde für uns ein neues Differential vom Produktionsband genommen und verschickt, zwei andere Fuso-Ingenieure für die Reparatur wurden eingeflogen. Diese stellten fest, dass die ersten Mitarbeiter es nicht geschafft hatten, den Differentialkörper, der das empfindliche Differential umschließt, vollständig von Spänen zu befreien, die die gebrochen Zähne hinterlassen hatten, was ebenfalls zum erneuten Defekt des Differential geführt hätte.

Außerdem stellte Alex zusammen mit den Mitarbeitern fest, dass die Kardanwelle schwergängig war: die Kreuzgelenke hakten bei der Drehung. Als es darum ging, die Kreuzgelenke für die Kardanwelle zu reparieren bzw. neue zu beschaffen, sah sich die Mercedes-Werkstatt in Constanza als Fuso-Partner weder in der Lage, die Kreuzgelenke zu richten (wir hatten in den vorherigen Wochen mitbekommen, dass sie das können), noch nach einem geeigneten Geschäft in Constanza zu suchen. Sie lehnte jegliche Hilfe kategorisch ab. Erst als Deutschland auf hoher Ebene in Bukarest anrief und mit dem Entzug des Mercedes-Sterns drohte, konnte plötzlich doch ein Mitarbeiter die Kreuzgelenke reparieren. Aus Bukarest reiste der Gebietsleiter von Mercedes an, um die weitere Reparatur zu beaufsichtigen. Was für ein Aufwand, was für eine unnötige Kostenproduktion. Es ist noch viel mehr passiert, aber das würde den Rahmen des Beitrags sprengen. Aufgrund der ganzen Vorkommnisse beschwerten wir uns bei Daimler und Fuso über die unerträgliche Situation von Service und Ersatzteilen. Es endete schließlich darin, dass Daimler sich entschuldigte und uns die Abschleppkosten in der Ukraine und die Hotel- sowie Mietwagenkosten für die Zeit der Reparatur erstattete. Immerhin.

Innerhalb von weiteren zwei Wochen war also die inzwischen 4. Reparatur vollendet und wir konnten Richtung Türkei starten. Längst begleitete uns nicht mehr der Optimismus, mit diesem Fahrzeug um die Welt zu fahren, sondern die ständige Frage, wie es weitergehen soll. Die Reparaturen in Rumänien waren längst nicht ausreichend. Ein großer Werkstattbesuch wäre (mit diesem wohlgemerkt neuen Fahrzeug!) unausweichlich. Aber wie lange sollte der dauern? Als wir dann in der Türkei viele bedenkliche Fehlermeldungen vom CAN-Bus erhielten, der Gaspedalsensor oft ausfiel und das AGR (Abgasrückführungsventil) undicht wurde, drehten wir schweren Herzens um. Mit diesem Fahrzeug brauchten wir nicht daran denken, in den Iran einzureisen. Die Entscheidung, die wir seit Rumänien unter uns zwar angesprochen, aber zunächst nicht wahrhaben wollten, war nun endlich gefallen. Das Gefühl ist kaum zu beschreiben. Der Traum war zunächst geplatzt und wir hatten keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Obwohl die Umkehr wehtat und wir gerne weitergereist wären, kam auch so etwas wie Erleichterung auf. Seit Beginn der Reise hat uns der Fuso mit seinen Problemen so beschäftigt, dass die schönen Momente oft untergingen. Immer stand das Fahrzeug im Vordergrund mit all seinen Mängeln, all die Diskussionen, die Überlegungen, woher die Fehler kommen könnten, was WIR falsch gemacht haben. Nun war die Entscheidung gefallen; es gab kein Ausweichen mehr.

Es war August 2016, gerade einmal 9 Monate waren wir mit dem Fuso unterwegs und uns erwartete Deutschland, ein Land, das auf unserer Liste eigentlich erst am Ende der Reise wieder auftauchte. Gerade in der Türkei angekommen, mussten wir wieder mit dem Fuso Europa-Manager Service telefonieren. Wir mussten befürchten, es nicht bis nach Deutschland zu schaffen. Der Gaspedalsensor meldete Störungen und fiel aus, dann nahm der Fuso kein Gas an; bei Bergfahrten eine Katastrophe. In der Türkei konnte man uns nicht helfen, weil die Garantie nur Europa-weit gilt; das war uns neu. Beim Verkaufsgespräch wurde uns der Fuso so verkauft, als gelte die Garantie weltweit. In der Ukraine deutete sich dies bereits an, aber wir verstanden das so, dass es in der Ukraine einfach keine Fuso-Partner gibt. Auf dem Weg nach Deutschland stand also der nächste Werkstattbesuch an. Aber wo? Griechenland? Wir gingen davon aus, dass Griechenland kein Problem sei. Der Europa-Manager zögerte. Ja, Griechenland sei problematisch, weil man gerade das Servicenetz neu aufbaute. Ob wir warten könnten, bis man sich entschieden hätte? Also warteten wir nahe Thessaloniki und fuhren nach Meteora zum Klettern, in dem Versuch, das Beste aus der Situation zu machen. Leider regnete es die ganze Zeit bis schließlich der Anruf aus Deutschland kam: Thessaloniki bzw. überhaupt Griechenland sei sehr schlecht, da zu dem Zeitpunkt kein fähiger Fuso-Partner vorhanden wäre. Ob Mazedonien ginge? Mit einem Blick auf die Karte entschieden wir daher, über Skopje zu fahren.

Der Werkstattbesuch in Mazedoniens Hauptstadt war eine angenehme Überraschung. Ähnlich wie in Norwegen begrüßte uns der Werkstattleiter freundlich und er versicherte uns, alles daran zu setzen, die Reparatur innerhalb eines Tages durchzuführen, damit wir kein Hotel bräuchten und unserer Rückreise nichts im Wege stünde. Deutschland hatte die nötigen Ersatzteile bereits auf den Weg gebracht, um ein ähnliches Desaster wie in Rumänien zu verhindern. Das einzige Problem: in Mazedonien kennt man sich mit Euro6-Fahrzeugen nicht aus. Im Unterschied zu anderen Werkstätten war man sich jedoch nicht zu fein, einfach Alex zu fragen. Der hatte nämlich inzwischen viel über unseren Euro6-Fuso in Erfahrung gebracht und konnte helfen. Nach einem Arbeitstag waren wir entlassen (Fehlermeldungen ausgelesen, Gaspedalsensor sowie AGR getauscht) und setzten unsere Rückreise fort.

Wir telefonierten beinahe täglich mit dem Europa-Manager von Fuso, der die Problematik des Fahrzeugs verstand und mit uns über eine Möglichkeit der Rücknahme nachdachte. Fuso evaluierte, ob sie zusammen mit dem Aufbauer des Fahrzeugs eine Rücknahme finanzieren könnten. In diesen Gesprächen wurde zum ersten Mal deutlich, dass Fuso das Problem in erster Linie beim Aufbauer sähe. Dieser habe nämlich weder eine Freigabe von Fuso (eine sogenannte UBB (Unbedenklichkeitsbescheinigung) für dieses Fahrzeug noch habe er die Aufbaurichtlinien eingehalten! Ein schwerer Brocken, der erstmal zu verdauen war. War unser Fahrzeug überhaupt verkehrstauglich? Es wurde ein Termin zwischen Fuso und dem Aufbauer vereinbart. Leider sagte der Aufbauer kurz vorher ab. Das zog ungeahnte Konsequenzen nach sich. Denn knapp nach dem eigentlich vereinbarten Termin wechselte der Vertriebschef von Fuso. Der neue Vertriebschef hatte kein Interesse mehr an unserem Sachverhalt. Er sah Fuso auch nicht in der Verantwortung, denn diese läge einzig beim Aufbauer. Für uns ein Desaster, denn zusammen mit Fuso sahen wir den Sachverhalt schnell vom Tisch. Und aus unserer Sicht war Fuso nicht ganz unschuldig an der Misere. Aber es half nichts. Fuso zog sich komplett zurück, der neue Vertriebschef versprach Hilfe durch den Europa-Manager, nur dass dieser ganz plötzlich nicht mehr erreichbar war. Wir standen komplett allein da. Stattdessen bot man uns einen weiteren Werkstatttermin in Stuttgart an, um sich das Fahrzeug mal „auf Kulanz anzusehen“. Wir konnten nicht mehr, waren wir doch die Werkstätten inzwischen so leid. Und wie lange sollte der Aufenthalt dauern? Wie lange würde es dauern, bis sämtliche defekten Teile getauscht wären? Würde Fuso die Kosten der Reparatur zahlen? Und überhaupt: was bringt eine Reparatur, wenn das Fahrzeug nach wenigen Kilometern wieder kaputt ging? Denn die Ursache war mit den Reparaturen keineswegs behoben.

In unserer Not schrieb ich einen englisch-sprachigen Beschwerdebrief. Wir wussten, dass unser Fall bereits bis Japan Runde gemacht hatte und ich wollte, dass unser Brief auch die obersten Bosse erreichte. Ich schickte das Email nicht etwa nur an den Vorstand von Fuso mit dem zuständigen mittleren Management in Cc, sondern auch an den Daimler-Chef persönlich. Zurück kam eine interessante Antwort von der Daimler-Rechtsabteilung:

Wie wir bereits darlegten, erfolgten an Ihrem Fahrzeug im Vergleich zum Serienstand des Herstellers wesentliche Veränderungen, ohne dass die Aufbauherstellerrichtlinie eingehalten wurde oder gesonderte Herstellerfreigaben beantragt wurden. […] Die Herstellergarantie greift […] in diesen Fällen nicht ein. Insoweit ist unsere Mailnachricht vom […] zu verstehen und ebenso unser Angebot einer Fahrzeuguntersuchung „aus Kulanz“.

Die Antwort war niederschmetternd. Die Situation war noch viel schlimmer als vermutet. Daimler/Fuso wollte überhaupt keine Verantwortung mehr für wesentliche Bauteile des Fahrzeugs übernehmen, so das Verständnis für uns. Für uns wäre das jedoch von immenser Bedeutung für die nächsten 2 Jahre, zumindest doch für einen möglichen Verkauf gewesen. Stattdessen bot Daimler nun ganz deutlich an, sich das Fahrzeug auf „Kulanz“ anzuschauen. Ein Telefonat mit dem damaligen Europa-Manager bestätigte die Haltung des Konzerns sowie unsere Vermutung. Was sollten wir machen? Wie sollten wir so ein Fahrzeug jemals verkaufen können? Hätte eine Klage auf Rückabwicklung des Kaufvertrags Aussicht auf Erfolg? Der Versuch einer Einigung mit dem Aufbauer scheiterte. Noch in seinem Büro einigten wir uns per Handschlag auf einen „Rückkauf“ mit gleichzeitigem Kauf einer neuen Kabine mitsamt Fenster, Klappen, Tür und Möbeln für ein neues Fahrzeug. Sobald wir das Büro verlassen hatten, vergaß er unsere Abmachung und bestritt sogar, dass es ein Gespräch solchen Inhalts jemals gegeben hätte. Ich kann nur vermuten, dass er von Daimer/Fuso ein ähnliches Schreiben erhalten hatte.

Uns blieb nichts anderes übrig als zum Anwalt zu gehen. Innerhalb von zwei Wochen kauften wir unseren Benz von Privatleuten. Während Alex mit der Aufbereitung des Fahrgestells beschäftigt war, bereitete ich zusammen mit unserem Anwalt Ulrich Dähn aus Bad Hersfeld, der auf „Wohnmobilrecht“ spezialisiert ist, ein mögliches Klageverfahren vor. Nachdem der Aufbauer auf unsere Aufforderung, sämtliche Mängel innerhalb eines angemessenen Zeitraums abzustellen, nicht reagierte, erhoben wir Anfang des Jahres 2017 Klage auf Rückabwicklung vor dem Landgericht Karlsruhe.

Wir sind sehr traurig, dass es soweit kommen musste. Ein ganze Weile fragten wir uns immer wieder, ob wir nicht doch hätten mit dem Fuso weiterfahren können. Der Platz und die Raumaufteilung waren einfach genial. Doch immer kamen wir sehr schnell zu dem Ergebnis: NEIN! Der Fuso ist nicht per se ein schlechtes Fahrzeug, nur eignet er sich überhaupt nicht als Fernreisefahrzeug, schon gar nicht mit Euro6, und überladen natürlich auch nicht.

Wer sich einmal das Fahrgestell vom Fuso anschaut und mit anderen Leicht-LKW vergleicht, wird schnell erkennen, dass er „unten herum“ ziemlich schwach gebaut ist. Man scheint an Material gespart zu haben, um auf das geringe Leergewicht zu kommen. Hinterher ist man immer schlauer und jetzt können wir das auch sehen, aber als unerfahrene LKW-Fahrer haben wir den Versprechungen seitens Fuso und Aufbauer geglaubt und vertraut. Jetzt kann man natürlich das Fahrgestell mit vernünftigen Stoßdämpfern, stärkeren Federpaketen, einem Stabilisator (ja, der Fuso hat von Haus aus keinen Stabi) und Leistungssteigerung usw. „optimieren“, wie es etliche Fusofahrer tun, um daraus ein scheinbar „robustes“ und überhaupt erst fahrbares Fahrzeug zu machen. Bestimmte Probleme bleiben dennoch: die Kraft, die aufs Differential bei zugeschaltetem Allrad drückt, die hohe Belastung der dünnen Kardanwelle, der veränderte Hebel durch die größeren Räder…. Ohne technische Veränderungen ist der Fuso als Expeditionsmobil einfach nicht fahrbar: er schaukelt sich permanent stark auf, hat keine Leistung, ist falsch übersetzt… Und mit einer Leistungssteigerung sowie bei wesentlichen Änderungen am Fahrzeug ist die Fuso-Garantie weg. Bei einer Leistungssteigerung erlischt sogar die allgemeine Betriebserlaubnis! Ob mit oder ohne technische Veränderungen: die Belastung des Fahrgestells ist zu hoch und wirkt sich nach und nach negativ auf das gesamte Fahrgestell aus.

Nicht zuletzt MUSS zwingend, gemäß dem Bedienungshandbuch, EN590-Diesel getankt werden, sonst erlischt die Garantie. Bis in die Türkei bekommt man diesen Diesel noch, ab dem Iran ist Schluss damit. Entlang der Seidenstraße im Iran bekommt man tatsächlich hier und da AdBlue, aber der wichtige EN590-Diesel fehlt. Wie hoch der Schwefelgehalt im iranischen Diesel ist, konnte uns niemand beantworten. Und mit mehr als 10ppm Schwefel/Sulfur Gehalt geht der Motor trotz AdBlue in absehbarer Zeit kaputt. Dann sitzt man auf einem riesengroßen Schaden. Wer kein Gewissen hat, wird dieses Fahrzeug noch rechtzeitig einem unwissenden Käufer verkaufen…


Nachtrag: In den letzten drei Jahren haben wir sehr viel aus den Fehlern gelernt und versucht, es bei unserem Selbstbau anders/besser zu machen. Wir haben uns nach 9 Monaten Testphase entschieden, eine neue Rubrik auf der Seite zu eröffnen, in der wir unsere Erfahrungen teilen möchten. Diese Rubrik nennt sich: LESSONS LEARNED.


Von Daimler Fuso nicht genehmigter Fuso Canter 4x4


38 Gedanken zu “Odyssee Teil 6: Was mit unserem Fuso Canter 4×4 geschah

  1. Das ist wirklich ein unglaubliches Pech, was ihr mit diesem Fahrezug gehabt habt. Sehr interessant eure ganze Leidensgeschichte mal zu lesen. Da hätte wohl jeder den „Kaffee aufgehabt“. Grundsätzlich glaube ich, dass euer Aufbauhersteller insgesamt ganz gute Arbeit abliefert. All die Weltreisenden, die mit Fahrzeugen von ihm unterwegs sind, können nicht ganz falschliegen.
    Aber der Fuso ist wirklich für solche Unternehmungen eine schlechte Wahl. Allein der Aufkleber mit der Warnung „rough terrrain“ spricht ja wohl Bände.
    Dazu kommt die halbherzige Einbindung von Fuso in das Mercedes Universum. Ihr hattet ja auch entsprechende negative Erfahrungen mit den Werkstätten gemacht.

    Auch kam mir damals schon (lange bevor ich auf euern Blog gestossen bin), als ich die Fotos von eurem Fuso auf der Website von **** sah, der Gedanke, dass der Aufbau für den schmächtigen Fuso viel zu groß und schwer sei. Da hat man euch wirklich schlecht beraten. Ein kräftiger „Unterbau“ wie euer 1120 wäre wahrscheinlich optimal gewesen.

    Nun seid ihr ja mit einem blauen Auge davon gekommen und habt jetzt das richtige Fahrzeug für eure Reisen. Wünsche euch eine gute Zeit und genießt das Reisen – ihr seid zu beneiden!

    Gruß Christian

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    1. Hallo Christian,
      vielen Dank für Deine Nachricht und Mitgefühl! Deine Aussage zum Aufbauhersteller, war genau unser Fehler! Wir dachten, nein wir waren sicher, dass 29 Jahre Erfahrung und keine wirklich negativen Informationen über ihn im WWW eine gute Referenz sein muss! Der Grund für die erfolgreiche Rückgabe des Fusos lag aber nicht nur im Fahrgestell, sondern vielmehr auch im mangelhaften Aufbau! Aufgrund der Art der Mängel und Fehler, sowie unserer Gespräche mit dem Aufbauhersteller, kann ich nicht glauben, dass „unser“ Fuso ein Einzelfall ist!

      Schließlich „wird es ja schon immer so gemacht“ und es wird auch in Zukunft so bleiben……..

      In der Regel hat man keine andere Wahl als mit den Mängeln zu leben, wer will schon Jahre lang einen kostenintensiven Rechtsstreit führen?
      Also heißt es schweigen und Schneeball-System spielen.

      Viele Grüße aus den VAE

      Alex

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  2. Oh je, das ist keine gute Geschichte. Man investiert viel Geld in so ein Fahrzeug und dann so etwas. Was ich nicht verstehe: es gibt Aufbauer wie zB Earthcruiser, die ganz bewusst auf den Fuso setzen und damit auch querfeldein bzw. offroad fahren. Ist das also nur eine europäische Garantievorschrift? Weiterhin gute Fahrt mit eurem Mercedes. Gruss, Christian

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    1. Hallo Christian,

      wir kennen nur die europäischen Garantiebedingungen, die von Fuso/Daimler stammen. Wie diese in anderen Länder aussehen, kann ich nicht sagen. Allerdings ist der Allrad und Euro6 nicht sehr verbreitet. Vielleicht macht Earthcruiser ja auch nur einfach den selben Fehler auf Grund mangelnder Alternativen? Sowie Euro6 mangels Alternativen verkauft wird und nicht weil es für Fernreisemobile das Beste ist!

      Viele Grüße
      Alex

      P.S. Bei uns war der ausgeschnittene Boden des Alkoven ein schwerwiegender Mangel in der Isolierung und ein wesentlicher Grund für die Rückabwicklung.

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  3. Hallo Alex & Nicole

    Ist ja der Wahnsinn, was bei Euch mit dem Fuso gelaufen ist. Ein wahrer Albtraum, der nicht mehr einfach als Pech durchgehen kann.

    Ich bin gerade erst vor drei Tagen per Zufall auf Euren Blog gestossen. Und zwar bei der Suche nach Informationen zur MB LK. Inzwischen habe ich stundenlange spannende Lektüre hinter mir und möchte Euch für Eure äusserst lehrreichen und wertvollen Erfahrungsberichte herzlich danken. Sowohl hinsichtlich der Leidensgeschichte mit dem Fuso, wie auch der tollen Tips beim 1020er. Ein super Fahrzeug habt Ihr aufgebaut. Chapeau!

    Nach langem Liebäugeln haben wir Mitte Januar bei Woelcke noch einen Fuso angesehen. Danach habe ich dieses Konzept jedoch gottlob wieder verworfen. Anschliessend habe ich auch den kurze Zeit favorisierten Steyr aus denselben Gründen wie Ihr verworfen und bin bei der LK angelangt. Nun geht es auf die Suche nach einem Fahrzeug. Über den Aufbau, ob ganz oder teilweise oder gar nicht selbst, sind wir uns allerdings noch nicht so ganz schlüssig. Die Jagd nach Informationen geht also erst mal weiter. Könnt Ihr Mir vielleicht einen Tip für einen guten Fahrzeugbauer geben? Am Ende scheint das bei Euch ganz gut geklappt zu haben.

    Merci im Voraus und viele Grüsse

    Tomas

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    1. Hallo Tomas,
      vielen Dank für Deine netten Worte und Mitgefühl! Wir haben es zwar letztendlich geschafft, den Benz zufriedenstellend fertig zu bekommen. Aber eine echte Empfehlung mit gutem Gewissen können wir leider nicht geben. Zu viele Punkte waren auch beim zweiten Fahrzeugbauer nicht in Ordnung. Für uns nicht nachzuvollziehen, da die Fehler alle offensichtlich waren und leicht hätten behoben werden können. Wir wollten uns aber nicht mehr darüber ärgern und haben sie selbst behoben.

      Viele Grüße

      Alex

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  4. Krass, was Ihr da durchgemacht habt. Wir hatten den Fuso ja auch schon in die engere Wahl für unser zukünftiges Mobil genommen. Danke, dass Ihr diese Infos hier veröffentlicht. So bleibt immerhin uns und anderen, die das vielleicht lesen, ein ähnliches Schicksal erspart.
    Interessant fände ich ob Ihr mit Eurem ‚alten‘ Benz auch schon Pannen hattet und wie da die Ersatzteilversorgung geklappt hat.

    Beste Grüße Sven

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    1. Hallo Sven,
      es freut uns, dass unsere Info´s von Nutzen sind! Unser Benz hatte bisher keine Probleme, bis auf drei, vier lose Schrauben. Wir werden berichten, sobald wir die ersten Erfahrungen gemacht haben.

      Viele Grüße
      Alex

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  5. Zufällig bin ich auf eure Geschichte gestossen. Extrem erschreckend!! Aber was mich am allermeisten verblüfft ist das euer Aufbauer, ich nehme an es ist Woelke so wie in einem eurer Texte geschrieben und abgebildet, auf seiner Webseite zum Fuso meint. Da steht zum Beispiel wörtlich: „Wohnaufbau federgelagert für Geländeeinsatz abseits befestigter Strassen“ und dazu ein paar Bilder eben abseits befestigter Strassen. 🙂

    Dazu schreibt er zum Fuso:
    „Fuso Canter 4×4 6C18(D)4×4

    Böschungswinkel vorn: 35°
    Böschungswinkel hinten 25°
    Rampenwinkel: 25°
    Wendekreis: 14,9m bei Radstand 3415mm, Wendekreis: 16,5m bei Radstand 3865mm
    Lastzuggesamtgewicht 10.000kg

    Achsen und Aufhängung
    HA – Differentialsperre mit begrenztem Schlupf
    Untersetzungsgetriebe

    Räder und Reifen
    Ausstattungspaket „Off-Road“
    Einzelbereifung 255/100 R16 – 4x Geländereifen mit Reserverad 255/100 R16″

    Und jetzt darf ich damit nur auf befestigten Strassen fahren? Für was hat er dann bitte “ Differentialsperre mit begrenztem Schlupf; Untersetzungsgetriebe“ und für was ist denn das „Ausstattungspaket „Off-Road“
    Einzelbereifung 255/100 R16 – 4x Geländereifen mit Reserverad 255/100 R16“ gut?????

    ich als Kunde von der Firma Woelcke würde mich komplett über den Tisch gezogen fühlen. Vor allem noch angesichts des Fahrzeugpreises: „Komplettpreis ab 200.000 €“

    Ein anderer Aufbauer schreibt:
    „Effizienter 129-kW(175-PS)-BlueTec® 6-Motor mit Euro VI Standard. Der neue Canter 4×4 steht bei jedem Einsatz zur Seite. Mit hoher Nutzlast und einem aufbaufreundlichen Rahmen beweist er seine aussergewöhnliche Funktionalität nicht nur im unwegsamen Gelände.
    eine Stärken in Effizienz und Kraftstoffersparnis spielt der Canter in jeder Situation voll aus: auf Strassen ohne den zugeschalteten Allradantrieb und im Gelände mit kraftvoller Traktion. Auch in anspruchsvollen Fahrsituationen ist man durch das auf Offroad-Einsatz ausgelegte Bremssystem sowie die ergonomische Ausrichtung des neuen Cockpits komfortabel unterwegs. Da die Zuschaltung des Vorderradantriebs direkt manuel an den Radnaben erfolgt läuft der Antrieb im 2-Rad Modus völlig frei. Somit erhält man im „Straßenmodus“ den Komfort und die Effizienz eines PKW´s.“

    Und Fuso lehnt jegliche Garantie ab, wenn das Fahrzeug Offroad, als auf nicht asphaltierten Strassen bewegt wird.

    Irgendetwas stimmt da nicht. Für mich sieht das aus als man da mir einen komplett überteuertes liebes Schaf im bösen Wolfspelz verkauft.

    Da hätte es gute und bewährte Alternativen gegeben. Zum Beispiel einen erprobten Iveco. Iveco schreibt auf der Webseite: „Iveco Daily 4×4 GERÜSTET FÜR DEN OFFROAD-EINSATZ “

    Oder natürlich ein Isuzu! Weltweites Servicenetz und so irgendwie wie Tupperware.

    Nun viel Spass mit eurem neustem Fahrzeug. Das ihr damit wirklich reisen könnt und nicht die Zeit mit kostenlosen Werkstattberatungen verbringen müsst.

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    1. Hallo Peter, vielen lieben Dank für Deinen ausführlichen Kommentar und Anteilnahme! Du bringst es auf den Punkt. Leider läßt man sich allzu leicht von den Marketingsprüchen locken. Nun sind wir bereits achteinhalb Monate im Benz unterwegs und haben ihn schon über richtige Pisten, Offroad und durch Wasser gejagt und lediglich die Wartung selbst gemacht. So wie es sein soll👍😁
      Viele Grüße vom Pamir Highway

      Alex

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  6. Hallo Alex & Nicole,
    gerade habe ich euer über euer Desaster mit dem Fuso und dem Aufbauhersteller gelesen. Was für ein Alptraum…

    Angefangen habe ich 2015 mit einem Iveco 65C18 (Weisware), ich habe schnell gemerkt das die knapp 8,5 Meter Fahrzeuglänge und mehr als 2,5m Überstand ab Hinterachse nicht das richtige für mich ist. So war auch bei mir, der Fuso in der Auswahl für ein 4×4 Fahrzeug. Gottlob haben mir das reiseerfahrene Freunde schnell ausgeredet.

    So habe ich mich weiter nach einem gebrauchten reisefertigen 4×4 Fahrzeug auf LKW Basis umgesehen. Den passenden Führerschein hatte ich ja schon vor 30 Jahren gemacht. Alle Fahrzeuge die ich mir angesehen und probegefahren habe, waren derart verbastelt oder abgefuckt, das ich mich entschiede habe, das Fahrzeug selber zu bauen. Nur den Zwischenrahmen und den Heckträger habe ich mir von einem richtigen Fachmann schweißen lassen. Den Koffer (Siebdruckplatten) und alles andere habe ich selbst gemacht. Als Fahrgestell kamen Iveco, Magirus, MAN, Mercedes und Steyr in Frage, alle ohne viel Elektronik, ADBlue, OBD, oder Bus-System usw. Es ist ein Steyr 12S21 von der Feuerwehr geworden, mit 22.000km Laufleistung in 29 Jahren. Der Pflegezustand und der Preis haben den Ausschlag gegeben. Andere Fahrgestelle in diesem Zustand und Preis hätte ich auch genommen, aber der Steyr war als erstes da. Die erste Testreise 2017 über den Balkan nach Griechenland mit 8000km hat das Fahrzeug gut gemeistert. Nur die Staudruckbremse (180€) musste ich nach meiner Heimkehr erneuern, vermutlich ein Standschaden.

    Zur Zeit bin ich in Marokko unterwegs, die Pisten hier beanspruchen das Fahrzeug deutlich mehr. Nach nun rund 10.000 km mit sehr viel übler Piste und Wüste, hatte ich kleinere Pannen, Kühlerschlach geplatz, lautes Klappern in der Fahrerhausheizung/Lüftung. Alles war ohne viel Aufwand selber zu reparieren. Der Turbo bingt jetzt zu wenig Ladedruck und pfeift leicht. Alle Teile die ich zur Reparatur brauche (neuer Turbo, alle Stehbolzen, Schläuche, Dichtungen usw.) könnte ich mir für rund 900€ hier nach Marokko schicken lassen. Der Einbau ist ohne Problem selber zu machen. Dank mehrer Tausend Seiten Dienstbefehl vom Österreichischen Bundesheer. Hier stehen alle Reparaturen mit Bildern, nahezu Idiotensicher beschrieben. Bleib nur das Risiko das meine Lieferung im Zoll hängen bleibt. Also werde ich das mit dem Turbo erst in Spanien angehen. Auch der Turbo könnte ein Standschaden sein, nur 22.000km in 29 Jahren. Egal mit solchen Kleinigkeiten habe ich gerechnet, daher auch die zwei Testreisen, bevor es weiter Weg geht…

    Momentan fahre ich noch Schlauchreifen, daher werde ich noch auf Schlauchlosfelgen umstellen.
    Natürlich habe ich auch kleine, leicht behebbare Fehler beim Ausbau gemacht, war ja auch mein erstes Selbstbaufahrzeug. Unterwegs trifft man ja auch auf andere Fahrzeuge und sieht gute Lösungen für das eine oder andere. Daher ist die ToDo-Liste für den Winter lang.

    Die Reise-Expepitionsmobil Branche erlebt zur Zeit einen enormen Boom. Die Preise für „alte´´ Fahrgestelle haben sich gefühlt in den letzten 3 Jahren verdoppelt. Da will jeder Mitverdienen…
    Immer mehr ist zu lesen/hören das auch bei den Nobelherstellern viel geschludert und gepfuscht wird.
    Wenige die 0,5-1,5 Mio. € für Ihr Fahrzeug ausgegeben haben, geben zu das vieles nicht so ist, wie vom Verkäufer beschrieben.
    In einem Buch über den Ausbau von Expeditionsfahrzeugen will einem der Autor weis machen, das ein Fahrgestell mit genug Reserven und stabilen Ausbau mit Motorradträger, viel Diesel und Wasser unter der 7,5 Tonnen Grenze zu machen ist. Was für ein ´´Müll„, schade ums Papier auf dem es gedruckt ist.

    Die typischen Wünsche und Anforderungen an den Bau oder Kauf eines gebrauchten Expeditionsmobils sind meist etwas konträr:
    Permanenter Allrad, aber Freilaufnaben
    Innen groß wie ein Schloss, aber außen klein wie Oma´s Handtasche
    Schnell im sechsten, aber langsam im ersten Gang
    Großer Motor, aber kleiner Verbrauch
    Billiger LKW, aber billige Ersatzteile
    Altes Auto, aber neuer TÜV
    Kleiner Wendekreis, aber große Aufbaulänge
    Hübsche Motorhaube, aber praktisches Kippfahrerhaus
    Alles hochwertig, aber niederpreisig
    Hell und schick, aber robust und schmutzabweisend
    Große, grobe Stollenreifen, aber feines Gehör
    5 Tonnen Zuladung, aber 3,5 Tonnen Gesamtgewicht
    Großer Laster, aber nur den kleinen Führerschein
    Kräftige Farben, aber schwache Absorption
    Unten viel Bodenfreiheit, aber oben nicht zu hoch
    Keine Elektronik, aber Klima, ABS und Euro 4
    Richtig klackende Relais, aber LED’s sanft am Touchscreen anschalten
    Eine Tonne Diesel und 500 Kilo Wasser an Bord, aber mit B-Lizenz zu fahren
    Große Solaranlage mit Lipo, 5 KW Wechselrichter, aber soll wenig kosten
    Echtglasfenster, aber zum Preis einer Plastikfolie
    Selbst geschweißter Zwischenrahmen, aber soll halten
    Alles selber am Fahrzeug machen, aber kein Werkzeug
    Zulassung als Wohnmobil, aber ohne Unterfahrschutz
    Stabiler Heckträger für Motorrad, Quad, 2 Reserveräder aber 50/50 Achslasten
    Alles neu und besser, aber H-Zulassung
    usw.

    Anton

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    1. Lieber Anton,
      herzlichen Dank für Deinen tollen Kommentar, Du sprichst uns aus der Seele. Den Steyr finden wir auch toll! Hat einige sehr schöne technische Raffinessen👍 Unseren Benz haben wir mit knapp 30 Jahre und 56.000km gekauft; in den letzten 8,5 Monaten sind wir ca. 30.000km mit ihm gefahren. Wir sind mit ihm über die fürchterlichsten Pisten (gerade immer noch, und zwar auf dem Pamir Highway), Sanddünen, Offroad und (leider) haben wir ihn schon 3 Stunden lang gebadet. Wir sind in einer Wasserdurchfahrt hängen geblieben, die war 1,10m tief. Außer ein paar losen Schrauben und den Wechsel der Filter und Motoröl hatten wir bisher keine Ausfälle. Wir hoffen, dass es so bleibt😁

      Wir durften übrigens LIVE sehen, wie so eine 7,5t Zulassung erschwindelt wird. Man stellt einfach nur 3 Räder auf die Waage und fährt mit diesem Wiegeprotokoll zum TÜV😉

      Wir sind jetzt voll beladen mit 600L Diesel und 380L Wasser, zwei Reserveräder etc. mit 10,8T unterwegs. Es würde etwas leichter gehen, aber viel?🤔 Bei unseren Ansprüchen nicht🤓

      Wir hoffen, dass Du Deinen Turbolader schnell getauscht hast und Du Deine ToDo-Liste für Dich perfekt umsetzen kannst. Wo soll es denn noch hingehen mit dem Steyr? Vielleicht kreuzen sich irgendwo auf der Welt mal unsere Wege…

      Viele Grüße
      Alex

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  7. Hallo Alex & Nicole,

    wir waren am 30.Sept. 2016 auch in Heimsheim und haben euren Fuso dort anschauen können. Mein erster Gedanke war: so ein riesiger Aufbau auf diesem kleinen Auto, aber Woelcke baut was der Kunde will.
    Wir hatten Besprechung mit Frank Woelcke über den Bau unseres Autark runner.
    Wir waren während der Bauphase mehrmals in Heimsheim und konnten uns davon überzeugen wie gut die Handwerker bei Woelcke sind. Die Beratung durch Frank Woelcke war jederzeit gut und man erkannte seine Erfahrung im Fahrzeugbau. Wir hatten eine feste Vorstellung von unserem neuen Heim und ich kam mit einem fertigen 3D Modell nach Heimsheim, das wir mit Frank Woelcke besprachen. Er machte einige Vorschläge für Verbesserungen und es entstand ein Fahrzeug wie wir es uns gewünscht haben. Ich möchte noch erwähnen, dass es keinen schriftlichen Vertrag mit Frank Woelcke gab, nur einen Handschlag. Es gab keinen Ärger mit unserem Ausbauer. Bei einem einmaligen Projekt gibt es immer Nachbesserungen, es waren Kleinigkeiten die ohne Diskussion an einem Vormittag erledigt wurden. Wir sind jetzt 6 Monate mit diesem Auto unterwegs und einige tausend km gefahren und voll mit dem Ausbau zufrieden. Ein Bauteil von Votronic ist seit kurzem defekt und wird in 2 Wochen in Heimsheim ausgetauscht, dafür kann Woelcke aber nichts.

    Was mir beim Lesen über den Bau eurer Fahrzeuge zu denken gab:
    Warum habt ihr beim neuen Fahrzeug wieder Ärger mit dem Ausbauer und macht ihn im Internet schlecht?
    Es gibt nur eure Sichtweise zu lesen, nicht die der Ausbauer.
    Kann es vielleicht auch an euch liegen das was schlecht gelaufen ist?
    Es sind teilweise wirklich böse Behauptungen von euch.
    Zur Fa. Woelcke kann ich aus eigener Erfahrung und aus Erzählungen anderer Besitzer von Woelcke Fahrzeugen die wir kennen gelernt haben nur sagen es ist nicht so wie ihr hier schreibt. Ich hörte viele gute Meinungen zu Woelcke.

    Ich dachte das sollte mal erwähnt werden.

    Viel Glück und schöne Reisen mit dem neuen Fahrzeug, ich werde weiterhin eure Berichte verfolgen.

    Viele Grüße

    Fritz aus dem sonnigen Bayern

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    1. Hallo Fritz aus Bayern,
      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar und dass Du ab heute unserem Blog folgst. Es freut uns sehr, dass Du mit Deinem Fahrzeug sehr zufrieden bist! Gerne beantworten wir Dir Deine Fragen:

      Unsere Blogbeiträge sind sachliche Tatsachenberichte und keine Marketingaussagen. Sie basieren leider auf Erlebten und nicht auf Hörensagen.

      Bitte schreibe uns, welche „bösen“ Behauptungen Du beanstandest.

      Uns wäre es auch lieber gewesen, wenn wir nur positiv hätten berichten können und uns solche Erfahrungen erspart geblieben wären.

      Wir konnten der Firma Woelcke bei der Planung und dem Bau des Fahrzeuges nicht behilflich sein, wie Du, da wir keinerlei Ahnung von der Materie hatten. Vielleicht ist Deine Aussage sehr wichtig und richtig, dass man einem Ausbauer genau sagen muss, wie er was zu machen hat.

      Die ebenso leidigen Erfahrungen mit 4Wheel24 hätten wir lieber nicht gemacht. Wir verstehen Deine pauschale Behauptung, dass unsere Berichte falsch sind nicht. Erläutere doch bitte, welche Tatsachen Deiner Meinung nach falsch sein sollen und wie Du darauf kommst.

      Herzliche Grüße aus Osh, Kirgisistan
      Alex&Nicole

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  8. Hallo ihr beiden,

    Ich bin der Meinung diese beiden Aussagen sind böse Behauptungen und KEINE sachlichen Tatsachenberichte:

    „Wer kein Gewissen hat, wird dieses Fahrzeug noch rechtzeitig einem unwissenden Käufer verkaufen…“

    „Der Versuch einer Einigung mit dem Aufbauer scheiterte. Noch in seinem Büro einigten wir uns per Handschlag auf einen „Rückkauf“ mit gleichzeitigem Kauf einer neuen Kabine mitsamt Fenster, Klappen, Tür und Möbeln für ein neues Fahrzeug. Sobald wir das Büro verlassen hatten, vergaß er unsere Abmachung und bestritt sogar, dass es ein Gespräch solchen Inhalts jemals gegeben hätte. Ich kann nur vermuten, dass er von Daimer/Fuso ein ähnliches Schreiben erhalten hatte.“

    Ich habe nicht pauschal behauptet dass eure Berichte falsch sind, es gibt nur keine Berichte hier von der Gegenseite, daher sind diese für mich einseitig.

    Und das ist meine persönliche Meinung und meine Kritik sollte nur zum Nachdenken anregen und war nicht böse gemeint.

    Noch eine schöne, lange Reise ohne Ärger

    Fritz

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    1. Hallo Fritz,

      bei Deinem Einwand handelt es sich um eine Aussage, die nicht direkt auf eine der beiden beteiligten Parteien zielt, sondern um eine generelle Aussage zu dem Vorgehen von Fahrzeugeigentümern, die Ihre Fahrzeuge nach einem Trip durch Zentralasien wieder verkaufen wollen. Ob Du es glaubst oder nicht, wir haben gerade in einem Restaurant hier in Osh von einem Schweizer Pärchen erzählt bekommen, dass sie Ihren VW mit Euro5 nach dem 4-wöchigen Aufenthalt im Iran wieder teuer verkauft haben. Mit einem Lächeln haben sie uns erklärt: „Ist ja jetzt nicht mehr unser Problem.“ 😳

      Der Bericht zum Einigungsversuch mit Herrn Woelcke hat tatsächlich so stattgefunden und entspricht in allen Einzelheiten der Wahrheit. Wie kommst Du darauf, dass es nicht so gewesen ist? Außer Herrn Woelcke, Nicole und mir war niemand anwesend. Wir haben keinen Grund und keinerlei Interesse daran, uns solch einen Sachverhalt auszudenken.

      Viele Grüsse
      Alex & Nicole

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  9. Hallo Ihr beiden!

    Falls es Euch interessiert, ich habe Euren Fusel letztes Wochenende auf der Abenteuer & Allrad bei Woelcke bestaunen können. Zum Verkauf ausgeschrieben für schlappe 219’000 Euronen. Natürlich habe ich mich nicht anmerken lassen, dass ich die Story des Fahrzeuges aus Eurem Blog kenne.

    Ich wünsche Euch eeiterhin eine schöne und pannenfreie Reise und freue mich auf weitere Berichte.

    Viele Grüsse
    Tomas

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  10. Hallo Nicole und Alex,

    hier habe ich eine Bestenliste der größten Irrtümer beim Bau eines Expeditionsmobils:

    Was kann das schon kosten?
    Wie lange kann das schon dauern?
    Das hält auf jeden Fall.
    Der geht unter 7,5 Tonnen.
    Der braucht allerhöchstens 20 Liter.
    Das ist dicht.
    Da hat der TÜV nichts dagegen.
    Das passt schon.
    Was soll da schief gehen?
    Das macht man einmal richtig und dann hat man Ruhe.

    Das perfekte Expeditionsmobil gibt es nicht, die Erwartungen und Ansprüche der Nutzer sind viel zu unterschiedlich. Was für den einen perfekt erscheind, ist für den anderen völlig ungeeignet.
    Hier sollte man unterscheiden zwischen Wohnmobil mit Allrad und echten Expeditionsmobil machen.

    Wer nur mal ein Stück Piste bis zum See, Fluß oder Strand fahren will ist mit einen Wohnmobil mit Allrad gut beraten. Das bring mehr Sicherheit, das man auch wieder auf die Straße zurück kommt, mehr aber auch nicht. Viele Hersteller bieten deshalb nun auch klassische Weisware oder Kastenwagen mit Allrad an. Diese werden dann oft als Expeditionsmobile angepriesen, sind jedoch den Belastungen auf Dauer nicht im Ansatz gewachsen.

    Ein Expeditionsmobil muss nahezu jede Dieselqualität verarbeiten ohne auf die Motorsteuerung Einfluß zu nehmen. Das Fahrwerk und die Achslasten sollten 20-30% Reserve haben, beim Reisefertigen Gewicht. Beim Fahrwerk sollte auf jeden Schnickschnack oder technische Spielerei verzichtet werden. Alle Ausfühnugen von Treppen, Trägersystem usw. so simpel als möglich halten. Redundanz ist wichtig: Wie will man bei Ausfall der Trägerseilwinde das Reserverad ablassen? Was tun wenn nach einen Sandsturm sich die Eingangstreppe nicht mehr nutzen lässt? Wenn alle Auszüge und beweglichen Teile durch Schlamm, Dreck und Sand unbeweglich geworden sind?

    Was bei Herstellern alles als Wintertauglichkeit angeboten wird, spottet jeder Beschreibung…Nur weil das Spühlwasser beim abspühlen im Becken nicht einfriert, ist ein Fahrzeug noch lange nicht Winterfest. Luftfeuchtigkeit und Schimmel sollte man nie unterschätzen.Weshalb Shelter als winterfeste Wohnkabine m.E. nicht geeignet sind. Natürlich kann man mit viel Geld und Zeit einen Shelter einigermaßen Wintertauglich machen. Aber wirklich vernünfig wird das nie, zudem hat man nur festgelegte Kabinengößen.

    Die Schwankungen bei Temperatur und Luftfuchtigkeit können bei einem Expeditionsmobils extrem sein. Wachstum und Schwund bei der Kabine sind echt unglaublich…

    Wer viel auf Rüttelpisten unterwegs sein will, sollte die Dauerbelastung von Möbel, Beschlägen, Schrauben und Winkeln nicht unterschätzen. Das selbe gilt natürlich auch für Zwischenrahmen und andere tragende Teile am Fahrzeug.

    Vieles ist möglich, wer jedoch glaubt das mit einem 8-12 Tonnen Fahrgestell unter 7,5 Tonnen Reisegewicht kommt, lügt sich selber in die Tasche. Oder wird vorsätzlich belogen…Werkzeug, 1-2 Reservereifen mit Felge, Bergezeug, Schneeketten, Verbauchsmaterial wie Filter, Öle, Wasser, Diesel, Staukästen aussen, Campingausrüstung, Fahrräder, Motorrad, Sportgeräte, usw. wiegen auch nicht wenig.
    Bei leichten Fahrgestellen kommt an schnell an das zulässige Gesamtgewicht oder Achslasten, was sich negativ auf das Fahverhalten und Haltbarkeit auswirken kann und wird.

    Es wäre wirklich schön wenn sich unsere Wege mal kreuzen würden, diesen Sommer bleibe ich in Portugal und Nordspanien. Auf dem Heimweg werde ich noch einige Endurotouren auf der Ligurische Grenzkammstraße machen. Wo es nächstes Jahr hin geht weis ich noch nicht so recht.

    Liebe Grüße

    Anton

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    1. Hallo Anton,
      ganz lieben Dank für Deinen ausführlichen und treffenden Beitrag. Vieles was Du schreibst, klingt bei Dir so selbstverständlich klar, aber wir haben vieles davon tatsächlich erst in den letzten 3 Jahren lernen müssen. Wir waren so fixiert auf unsere Reise, dass wir beim Kauf des Fusels blauäugig auf die „Erfahrung“ des Verkäufer gesetzt haben. Das der noch nie ein Wohnmobil als Fernreisemobil (die nennen das Expeditionsmobil) genutzt hat und auch nicht länger als einen Urlaub in einem Wohnmobil unterwegs war, kam uns gar nicht in den Sinn. Noch weniger konnten wir uns vorstellen, dass bei so vielen zufriedenen Kunden grundsätzliche Dinge nicht beachtet werden. Wir hoffen, dass vielen Dein Beitrag und unsere Berichte helfen, diese verlogenen Werbe-„Versprecher“ besser einzuschätzen.

      Wir würden uns auch sehr freuen, wenn sich unsere Wege kreuzen würden. Wir werden allerdings weiter gen Osten ziehen. Im Juli geht es nach Kasachstan, dann über Russland in die Mongolei und vor dem totalen Winter wollen wir Vladiwostok erreichen und dann nach Süd-Korea oder/und Japan verschiffen. Nächstes Jahr wollen wir irgendwann in Australien sein. Mal sehen.

      Noch einmal vielen Dank für die Mühe, die Du Dir mit Deinem Kommentar gegeben hast und viel Spaß und Freude auf Deinen Reisen

      Liebe Grüße

      Alex & Nicole

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  11. Hallo Nicole und Alex, (hallo an alle Mitleser)

    mein Beitrag war ja auch nicht für euch gemeint, sondern an alle die hier mitlesen und sich noch ein Fernreisemobil/ Expeditionsmobil zulegen oder bauen wollen.

    Trotz ausreichend Bier und Wein in einer meiner Kühlboxen, empfinde ich viele Gespäche mit Menschen die sich so ein Fahrzeug kaufen oder bauen wollen als extrem ernüchternd…
    Viele glauben, man kann das Rad neu erfinden…Mit Leichtbau wie bei Dolde beschrieben, wäre es möglich, mit einem stabilen Fahrwerk mit Reseven und stabilen/haltbaren Ausbau unter die 7,5 Tonnen zu kommen. Würde dieser ehrlich in seinem Buch sein, ist die mögliche Kundschaft für das Buch deutlich kleiner. Das selbe trifft natürlich auch auf die Verkäufer der Fahrgestelle und Hersteller fertiger Fahrzeuge zu.
    Eine gesunde Skepsis gegenüber alles was da gerade so gehypt wird, sei es Hersteller, Fahrzeughändler oder Buchautoren ist sicherlich kein Nachteil…

    Der LKW Führerschein kostet so um die 1500-2000€ je Person, bezogen auf die Gesamtkosten eines Fahrzeuges ist das geradezu lachhaft…Wer den LKW Führerschnein nicht schafft, sollte auch nicht mehr als 3,5 Tonnen bewegen dürfen.

    Bei einem Thru Hike´s mit 800-1000km achte ich natürlich auf jedes Gramm, da ich mein Knochenfahrgestell nicht beliebig auf oder ablasten kann. Hier fühlt man am eigenen Körper wie sich tägliche Dauerbelastung auswirkt…

    Bei meinem Fernreisemobil möchte ich bei Sicherheit, Werkzeug, Bergezeug, Schneeketten (die sind auch bei Schmotter und Lehm sehr hilfreich) Motorrad, Sportsachen, Reisekomfort usw. auf nichts verzichten. Ich fahre ja nicht in einen 2-4 Wochen Urlaub. Deshalb wurde es bei mir ein 12 Tonnen Fahrgestell, mit 9,5 Tonnen Reisegewicht. Die Marke des Fahrgestelles ist eher zweitrangig. Auch andere Mütter haben schöne Töchter…

    Selten findet man genaue Angaben zum zeitichen Aufwand und den Kosten.
    Bei mir werden es mit der Abarbeitung der aktuellen ToDo Liste rund 2000 Arbeitsstunden sein.
    Rund die Hälfte davon war Internetrecherche (Teile suchen und bestellen), andere Fahrzeuge anschauen und gespräche mit den Langzeitreisenden. Das lesen von Aufbauberichten in Foren und Homepagen.
    Natürlich muss man diese vielen Info´s dann noch durch den gesunden Menschenverstand filtern.

    Die Kosten alles in allem, ohne meine Arbeitszeit, werden dann bei rund 65.000€- 70.000€ liegen.
    Das Fahrgestell und der leere Koffer haben nicht mal 25% der Gesamtkosten ausgemacht.

    Liebe Grüße

    Anton

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    1. Hallo Anton,

      in vielem hast Du sicherlich Recht. Aber ich frage mich nun schon zum zweiten Mal ob Du das Buch vom Dolde eigentlich gelesen hast. Er schreibt doch ständig, dass es zwar möglich ist legal unter 7,5t zu bleiben, aber auch, dass es nicht einfach ist und man einiges dafür tun bzw. entbehren muss. Ich finde das ist doch sehr objektiv. Sein eigenes Mobil ist garantiert auch reisefertig nicht unter 7,5t. Auch daraus macht er eigentlich nicht wirklich einen Hehl.
      Mein Plan jedenfalls ist zu versuchen das Fahrzeug so leicht wie möglich hinzubekommen, was ja auch aus anderen Gründen sinnvoll ist, und wenn es nicht klappt unter den 7,5t zu bleiben, kann ich immer noch den großen Führerschein machen.

      Grüße Sven

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      1. Hallo Sven,

        vielen Dank für Deinen Kommentar. Wir können zu dem Buch leider nicht viel zu sagen. Zwar haben wir bei 4Wheel24 ein Exemplar geschenkt bekommen, aber gar nicht so richtig reingeschaut. Das, was ich bzgl. Materialbeschaffung gesehen habe, fand ich gut, aber der Rest hat nicht zu unserem Anforderungen gepasst. (Marokko ist halt nicht die Welt und Langzeiterfahrung konnte ich auch nicht finden) Trotzdem bestimmt ein gutes Buch zur Orientierung, sonst wäre es ja nicht so teuer. Mir ist natürlich auch aufgestoßen, dass es nicht wirklich neutral ist; zähle mal die 4Wheel24-Erwähnungen, sowas hat meistens einen F-Grund.

        Zum Gewicht hast Du auf jeden Fall Recht! Es darf nur nicht auf Kosten von Stabilität, Zuverlässigkeit und aus meiner Sicht Komfort gehen. Wir leben auf Reisen mehr, als dass wir krasse Offroad-Strecken bewältigen. Das muss aber jeder für sich entscheiden.

        Viele Grüße

        Alex

        P.S. Berichtest Du über Dein Projekt? Mich würde interessieren, mit welchen Parametern Du die 7,5t zu erreichen planst.

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  12. Hallo Sven,
    ich gebe dir Recht, jedes Kilo zählt später in der Wüste und tiefen Schlamm…
    Wichtig ist nur das du bei tragenden Teilen wie den Zwischenrahmen usw. nicht an Stabilität und Gewicht einsparst.
    Auch das Material für Möbel und Zwischenwände würde ich mir an deiner Stelle genau ansehen. Halten die Schrauben und Verbindungen auf Dauer?
    Der Führerschein ist dann gleich gemacht, aber konstruktive Fehlentscheidungen kosten später viel Geld und Nerven. Oft hilft nur noch ein Neuaufbau von den Teilen…

    Auch mich würden die Eckdaten zu deinen 7,5 To interessieren.

    Ich halt´s da mit dem Werbespruch von Tojooda, nichts ist unmöglich…

    Toni

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    1. Hallo Toni, vielen Dank für Deinen Beitrag! Genauso haben wir es ja erlebt. Leider sogar fast zweimal, wenn wir nicht noch rechtzeitig die Flucht ergriffen hätten.

      Viele Grüße

      Alex

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  13. Hallo Allerseits

    Wie so oft haben alle ein bisschen Recht oder Unrecht. Ich bin seit Monaten mehr oder weniger intensiv mit der Planung und Informationsbeschaffung beschäftigt und habe dabei vieles mit eigenen Augen gesehen und noch viel mehr Ernüchterung erlebt. Die Diskussion über die magische 7.5-Tonnen-Grenze ist doch eigentlich müssig. Es gibt gewiss viele gute Gründe darunter zu bleiben. Meistens wird dabei der Führerschein genannt, der indessen kein wirklich stichhaltiges Argument ist. Wesentlicher halte ich Fahrbeschränkungen, -Verbote oder meinetwegen auch die Maut. Das wichtigste Argument sollte eigentlich sein, dem Fahrverhalten zuliebe möglichst leicht zu bauen. Egal bei welcher Gewichtsgrenze. Das geht aber nun mal nur mit erheblichem Verzicht an Raum, Komfort, Isolation, Autarkie, Gimmicks etc. Und es geht mehr oder weniger erheblich ins Geld. Auf der Abenteuer&Allrad wurde ein recht stattliches Mobil unter 7,5t angepriesen. Der Preis von 750 Mille war dann jedoch weniger sozialverträglich. Machbar ist viel. Ob es auch Sinn macht, ist eine andere Frage. Die Kritik von Sven bezüglich den Gewichtsangaben bei Dolde ist nicht ganz unberechtigt..Allerdings bringt es Dolde auch nicht hin, klipp und klar mit Illusionen aufzuräumen. Ich habe das Buch gerade erst durch und würde ohne Zusatzüberlegungen und Abklärungen wohl immer noch unsicher sein und hoffen, dass es vielleicht nicht doch noch hinzubekommen ist. Aber eben… siehe oben. Generell extrem sauer macht mich, dass in der ganzen Branche Schludrigkeit, Verlogenheit, Unwissenheit und Arroganz grassieren und selbst all die Medien, Autoren, Blogger und Vlogger dabei, teils sehr offensichtlich eigenen Vorteilen zuliebe, vollkommen kritiklos munter mitmachen. Die Hand, die einen füttert, wird halt nicht gebissen. Auf der A&A hatte ich selbst als Anfänger an mehreren Messeständen die Gewissheit, teilweise deutlich mehr zu wissen als die ach so schlauen Fachvertreter. Ganz besonders enttäuscht bin ich vom allseits nur lobhuddelnden „Explorer“, der bspw. dem Fuso allen Ernstes und ganz bewusst Geländetauglichkeit attestiert oder der bei hochpreisigen Mobilen trotz verbauten Plastik-Pushlocks von sehr hoher Qualität und Stabilität spricht. Na ja. Nur schon damit hat dieses Blatt das Prädikat Fachpresse nicht verdient und für mich jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Als Konsument fühle ich mich von den Anbietern und den Medien gründlich verarscht. Die immense Nachfrage und die vollen Auftragsbücher machen es eben möglich. Gottlob gibt es aber doch noch einige Anbieter, die einen vernünftigen Eindruck machen und ihr Handwerk tatsächlich noch zu verstehen scheinen. In diesem Sinne bin ich vorab Alex und Nicole und auch allen anderen, die zu den Wenigen gehören, die sich offen Kritik auszusprechen getrauen, sehr dankbar. Mögen diese Beispiele Schule machen und dazu beitragen, dass unsere Reisen problemloser und sicherer werden.

    Liebe Grüsse

    Tomas

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    1. Lieber Tomas,

      auch Dir unbekannterweise ganz lieben Dank. Nicole und ich sind sehr froh über Deinen Kommentar. Bzgl. Gewicht habe ich ja nochmal explizit in der Rubrik „Lessons Learned“ (https://travelnotes360.com/portfolio/6933/) geschrieben. Wir können natürlich nur von unseren Anforderungen und Erfahrungen berichten und hoffen, dass daraus eine Menge zukünftiger Overlander dem Aufbauer ihrer Wahl besser auf die Finger schauen können.

      Eindrucksvoll und sehr offensichtlich bekommt man Deine Aussage bzgl. Vlogger und Autoren bei Hermann-unterwegs und Dolde bestätigt. Wir haben ja selbst erlebt, wie subtil und freundschaftlich so eine Verbindung anfängt und wie plötzlich Lobeshymnen für noch nicht erbrachte Leistungen massiv eingefordert werden. Man nennt das, glaube ich, vor den Karren spannen lassen und je unerfahrener und unkritischer man ist, desto leichter ist das Spiel für TT. Wenn man bei allen Beteiligten genau hinschaut, sind die angepriesenen Erfahrungen nicht existent. Die sogenannten „Spezialisten“ oder „Profis“ experimentieren auf Kosten der Kunden für teuer Geld. Wir sind heilfroh, dass wir rechtzeitig von dem Hof flüchten konnten.

      Liebe Grüsse

      Alex & Nicole

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  14. @Sven,
    ich bin dir ja noch eine Antwort schuldig…ja ich habe das Buch 2015 gelesen, bevor ich mich für ein Fahrzeug, Zwischenrahmen und Koffervariante entschieden habe. Die Planungs CD kann man nur als totalen Witz bezeichen.
    Ulrich hat inzwischen soviel Ideen und Zeug in die Tonne getreten, das jeder der den Mist auf eigene Kosten nachgebaut hat, sich richtig verarscht vorkommen sollte.
    Für mich war es als Vorlage welche Fehler ich durch nicht nachbauen vermeiden kann, das Geld wert…also ja nix den Ulrich nachbauen…
    Viele Seiten, Blogg´s und Berichte habe ich gerne verfolgt und gelesen, aber die von Alex angesprochenen Lobeshymnen werden inzwischen echt nervig.
    „Fachmagazinge´´ wie Explorer leben von Werbeanzeigen, wer also viel Anzeigen schaltet (Geld bezahlt) kann doch nur gutes herstellen und bauen…oder???
    Welche Reisegewicht eure Fahrzeuge haben werden, wenn diese Abreisefertig sind, würde mich echt interessieren. Theorie und Praxis liegen oft mehr als 1 Tonne auseinander…

    Toni

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    1. Hallo Toni,

      wir scheinen die gleichen Erfahrungen zu haben. Aktuell bauen Dolde und hermann-unterwegs ja beide bei 4Wheel24 ihre „Sternchen reloaded“ und „Herman Nr 3“, da kommt dann bestimmt ein neues Buch raus, bin schon gespannt….. Beide waren übrigens noch nicht weiter als Marokko mit ihren tollen Fahrzeug unterwegs, aber beide bauen ständig um…

      Viele liebe Grüße

      Alex & Nicole

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  15. Hallo Alex,
    Das ist ja wirklich eine üble Geschichte. Hatte schon Mal eure Seite gefunden, als ich mögliche Fahrzeuge recherchiert habe. Den Fuso hatte ich als einzige bezahlbare Option für ein neues Fahrgestell überlegt. Zum Daily 4×4 ist immerhin ca. 12000€ Preisvorteil. Letztendlich gestört hat mich dann das der Fuso doch ziemlich in Richtung Transporter neigt, der Exotenstatus im Hause Daimler und die Motorelektronik. Habe mich deshalb entschieden ein älteres Fahrgestell zu suchen. Da ich seither einen alten Daily 4×4 habe, hatte ich schon so meine Erfahrungen mit IVECO, was den Service betrifft. Wunschkandidat war deshalb klar Mercedes! Vom Preis und Verfügbarkeit der 1017. Problem ist aber die 7.5to Grenze, die ist damit nicht machbar. Habe natürlich auch Doldes Buch gelesen. Finde ich grundsätzlich sehr gut und gründlich. Wenngleich derIKEA Stil nicht meiner ist. Es ist eben seine Umsetzung und kein Universalrezept. Aber sicher für jeden hilfreich. Durch das Buch bin ich dann auf den IVECO 90-16 mit Kabinenkürzung gestossen, der ja dort vorgestellt wird. Das Konzept fand ich habe sehr überzeugend und auch finanziell im Rahmen. Vermutlich wäre es das auch geworden, wenn nicht überraschend an Angebot eines MB 1317 im Netz aufgetaucht wäre. Das war zwar ein Baustellenfahrzeug, schien aber auf den Bildern in sehr gutem Zustand zu sein. Der Preis war OK und er sah in Natura kaum schlechter aus als in der Anzeige. So kamen wir, schneller als geplant zum LKW.
    Bei eurem Fuso erschien mir schon beim ersten Anblick der Koffer als zu groß und wuchtig. Ich denke dass das die Ursache für eure Probleme war. Dann Pfusch in der Werkstatt und weiter Folgeschäden. Ähnlich problematisch ist es ja scheinbar bei den Pickups mit Wohnkabine.
    Generell ist es natürlich immer schwierig Unabhängigkeit zu bewahren, wenn man so eine Nähe zu kommerziellen Anbietern hat wie Uli Dolde und die Hermanns zu 4Wheel24. Ich hoffe es gelingt den dreien. Vermutlich hätten wir auch dort einen gekürzten 90-16 gekauft, evtl. Mit Dornier Shelter, da die Zeppeline ja preislich total abheben. Liegt es am Namen? 😉
    Hoffe mit eurem Benz klappt es auch weiterhin und ihr habt eine tolle Reise!
    Grüße
    Thoma

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    1. Hallo Thoma,
      vielen Dank für Deinen interessanten Kommentar und guten Wünsche.
      Ich meine, der Preis- und Gewichtsvorteil beim Fuso löst sich schnell auf, wenn man die notwendigen Umbauten am Fahrwerk, Motorleistung und Tankkapazität mit einrechnet. Zu dem Gewicht des Fusos habe ich in dem Blog „Der Schwindel mit dem Leergewicht“ geschrieben, wie das Leergewicht eines Fahrzeugs wachsen kann.
      Ich denke auch, dass der MB1317 die bessere Wahl ist, als ein abgeschnibbelter 90-16.

      Viele Grüße

      Alex & Nicole

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  16. Gewicht, Gewicht, Gewicht,

    hallo Alex, hallo Nicole. Lieben Dank für eure Erfahrungen mit dem Fuso. Sehr wertvoll. Ich bin gerade dabei, über einen kleinen LKW als Alternative zu meinem Defender nachzudenken. Und der Fuso kommt schon in meine engere Wahl – gerade, weil die älteren Modelle in Afrika recht häufig anzutreffen sind.

    Ihr habt auch sehr genau eure Efahrungen mit dem Kundendienst usw. gepostet. Schon übel. Mich würde aber etwas ganauer interessieren, was denn genau bei welchem Km-Stand kaputt gegangen ist. Habt ihr da eine Link. Seid ihr viel mit Allrad gefahren? Und warum? Bei 99% aller Pisten innerhalb Europas braucht man den doch gar nicht.

    Die Definition, was off-road ist, ist natürlich immer strittig. Eine ausgeschilderte Schotterpiste fällt aber auch juristisch eindeutig unter die Rubrik Straße und hat mit offroad nichts zu tun. Genau das sollte so ein Fuso eigentlich sehr gut beherrschen.Monatelang, jahrelang (30% unterladen, versteht sich). Dass die Vorderachse mit sperrbarem Differenzial bei DER Motorleistung/Raddimension unterdimensioniert ist, dürfte klar sein. Das ist eine Möglichkeit, kurze und nur gelegentlich auftretende „Stressstrecken“ zu meistern. Mehr nicht. Dann muss der Allrad aber auch wieder raus.

    Dennoch möchte ich mich etwas kritisch zur etwas blauäugigen Kundschaft der Reisemobilaufbauer äußern. Hier herrscht fast durchweg der Wunsch nach Komfort und möglicherweise auch nach Status vor.
    Klar, ist es schön, wenn das Mobil einen Backofen und Micro hat und ja, es sitzt sich auf einer Porzelankloschüssel (Bimobil) besser, als auf einem PortaPotti für 49,99. Die Enduro hinten drauf ist nicht nur schick, sondern auch tatsächlich ganz praktisch.
    Alles richtig. Nur, die Frage ist: braucht es denn das unbedingt? Ist das Reisen das Wichtige oder die Bewunderung der „niedrigen Stände“ beim Därr oder auf einem der vielen Messen. Mein Serien-Defender 110er hat jetzt 130000km runter (Transafrika, Transsahara, Russland, viel Nordafrika). Schäden bis jetzt: Ein Radlager!
    Ok, kann Glück sein, aber mein Motto ist: Gewicht, Gewicht, Gewicht. D.h. es gibt keinen Dachgepäckträger, kein Schlafdach, keinen Innenausbau. Ein paar Alukisten, eine Kühlbox, Kanister, ein Brett mit Matratzen (180×110). Das war`s.

    Grüße
    michael

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    1. Hallo Michael,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Von einer gewissen „Blauäugigkeit“ kann sich wohl keiner freisprechen.

      1. Der Fuso Canter 4×4 hat natürlich keine Vorderachsdiffentialsperre! Sondern an der Hinterachse ein Limited Slip Differential und bei eingeschaltetem Allrad eine starre Verbindung zwischen Vorder- und Hinterachse.
      2. Juristisch haben wir auch gewonnen und die Rückabwicklung durchbekommen.
      3. Bei 30% Unterladung bleibt beim Fuso Canter4x4 nicht viel: beim zGG von 6,5t bleiben nach Deiner Rechnung noch 4,5t maximales Fahrzeuggewicht. Das Fahrgestell des Fuso Canter 4×4 wiegt bereits 3,6t (mit nur 100l Dieseltank), wenn da der Zwischenrahmen und eine kleine Kabine ohne Fenster und Türen draufkommt, bist Du schon drüber. Das Original-Fahrwerk sowie der Motor sind bereits mit 6,5t überfordert. Dazu kannst Du einiges im FUSO-FORUM finden. Durch die Änderung der Federn, Anbau von Stabi und größeren Stoßdämpfer wird das Fahrgestell auch wieder schwerer. Wozu dann einen L-LKW kaufen?
      4. Die Fehler sind unmittelbar nacheinander aufgetreten. Der Fuso hatte nach 11 Monaten gerade mal 33.000km gelaufen und wir hatten bereits 12 Wochen in verschiedenen Werkstätten verbracht/gelebt. Getauscht wurden 3 x Differential, 1 x Getriebe, 1 x Verteilergetriebe, 1 x Steckachsen (Hinterachse), 1 x AGR, 1 x Gaspedal. Als wir den Fuso wieder zurückgegeben haben, waren die Gummies der Federaufnahmen porös, der AGR wieder undicht, das Gaspedal hat wieder Fehlermeldung verursacht und das Hinterachsdifferential war wieder beschädigt. Außerdem wurden während der Reise immer wieder Fehlermeldungen u.a. der ABS-Sensoren, NOx-Sensoren und des SAM-Moduls gemeldet.
      5. Das habe ich schon oft gehört, dass der Fuso ja der „meist verkaufte L-LKW in Asien“ sei. Die alten Modelle haben einen ganz anderen Motor, ein anderes Getriebe, keine Untersetzung und kein Adblue. Und der Service wurde von Mitsubishi erbracht. Der Canter 4×4 wird in Europa unter der Marke Fuso von einer Abteilung der Daimler AG verkauft. Fuso ist aber nicht im Bestell- und Servicesystem von Mercedes integriert. Nur „Fuso-Partner“ haben Zugriff auf das Bestell-System.
      Canter 4×4 haben wir nur einen einzigen in Dubai gesehen, sonst sieht man nur wenige 4×2. In Zentral-Asien haben wir bis jetzt keinen Fuso gesehen, auch keinen 4×2!! Aber eine Menge Sprinter, die den ganzen Tag überladen über die übelsten Schotterpisten jagen.
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      Zum Thema Allrad/Fuso und Gewicht habe ich unter der Rubrik „Lessions Learned“ ausführlich geschrieben.
      ——————————————————————————————————————
      Wir haben den Allrad sehr selten eingeschaltet, meistens haben wir ihn nur benötigt, weil wir die Untersetzung an Steigungen nötig hatten. Allerdings gilt das nur für Europa! Hier in Zentral-Asien sind wir sehr glücklich über unseren permanenten Allrad, wobei der natürlich auch an einem gewissen Punkt an seine Grenzen stößt 😉

      Ich sehe den Fehler nicht in den Vorstellungen der „Blauäugigen“, sondern in der wissentlichen und vorsätzlichen Falschberatung mancher Verkäufer, die sich als erfahrene Fachleute präsentieren und unsere Unerfahrenheit ausnutzen, um sich zu bereichern. Die meisten Kunden werden aus Angst und finanziellen Gründen nichts dagegen tun (können). Wir wollen mit dem Teilen unserer Erfahrungen aufzeigen, wo man besser zweimal hinschaut, bevor man viel Geld für ein Fahrzeug investiert.

      Deine LowCost Variante des Reisens ist nicht jedermans Sache; unsere Ansprüche an Wohnkomfort auf einer Langzeit-Fernreise sind da etwas höher, aber wir leben ja auch ständig (365 Tage) im Wohnmobil. Unser Benz 1120AF fährt uns jetzt seit fast 10 Monaten mit einem Gewicht von 10,0 – 10,6t (bei einem eingetragenen zGG von 11,9t) über die übelsten Strecken; wir nutzen sehr oft die Untersetztung und der 30Jahre alte LKW hält.

      Richtig ist auf jeden Fall, dass jedes Gramm zählt. Das merken wir immer wieder in den Grenzsituationen, wie gerade eben wieder, als wir nicht aus dem Flussbett kamen.

      Ich hoffe, Du hast weiterhin so viel Glück wie mit Deinem Defender; den Fuso Canter 4×4 können wir Dir für Fernreisen und Offroad-Pisten auf jeden Fall nicht empfehlen!

      Das Handbuch und die Garantierichtlinien des Fusos sind sehr informativ und eindeutig!

      Viele Grüße aus Kirgissistan

      Alex & Nicole

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  17. Hallo Ihr beiden,

    Danke für die sehr ausführliche Re.

    Erstmal die Sache mit dem „blauäugig“. Damit meinte ich gar nicht speziell euch. Schön, dass ihr nicht sauer wart. Und meine Art zu reisen hat natürlich auch ihre Kehrseiten. Oder anders gesagt. Wenn ich nach einem Jahr im Defender so wunschlos glücklich wäre, würde ich mich ja nicht nach einem anderen Auto umsehen (zusätzlich, der Landy bleibt !!!). Dann wäre ich auch gar nicht auf euren Blog gekommen. Aber, man wird halt älter. Und jetzt solls auch bei mir was Größeres werden.

    Euer Punkt 4 klingt überzeugend. Deine einfache Rechnung macht mich nachdenklich, ehrlich. Aber ein Leergewicht von 3,6T bei einer Fahrzeuglänge von unter 6m – das hört sich doch nach fetten Achsen und einem soliden Motor an. Ein 417er Unimog wiegt etwa das selbe – nur mal zum Vergleich.

    Punkt 5 ist aber der Hammer. Das sind ja keine Meinungen von euch, das sind hardfacts (schluck). Ein Diffschaden ist ein Diffschaden. Punkt. Ihr solltet diese Zusammenfassung im Blog oben in dieser konzentrierten Form einpflegen. Weia…. Das hat nichts mehr mit fahrerischer Unfähigkeit oder mit etwas Pech und einem Montagsauto zu tun. Das sind Konzeptionelle Schwächen. Das sehe ich jetzt auch so.

    Mich habt ihr jedenfalls überzeugt. Ich Dank euch.

    michael

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    1. Hallo Michael,
      auch Dir vielen Dank für Deine Antwort. Wir werden Deine Anregung ernst nehmen und den Blog um die Punkte erweitern. Irgendwie ist es schon sehr viel und verteilt.

      Gerne und viele Grüße

      Nicole & Alex

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