Die Wüste Lut: Kal(o)uts, Sand und me(e/h)r

Von Kerman aus folgen wir der Beschilderung nach Shahdad, der letzten Oase vor der Wüste.

Wasserholen Iran
Einmal Wasser volltanken bitte – Shahdad

Jetzt hört sich Oase so verträumt an, aber es ist ein kleiner Ort, wie die vielen anderen auch, mit vielen Miniläden und.. deswegen Oase, mit vielen Palmen. Hier sollte man die letzte Möglichkeit zum Tanken nutzen, wenn man sich länger in der Wüste aufhalten will. Außerdem kann man auch noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen und den Wassertank auffüllen. Wasser bekommt am besten an der größeren Moschee am Ortsende. Man kann dazu die Wasserhähne der WCs nutzen, oder aber den Wasseranschluss rechts davor an den Bäumen. Die Straße von der Moschee führt auch gleich zur richtigen Straße, der Verbindungsstraße zwischen Shahdad und Nehbandan, in die „Leere Ebene“ – Dasht-e Lut.

Die Wüste Lut ist eine Salzwüste und einer der heißesten Orte der Erde: eine Bodenmessung im Sommer ergab mal eine Temperatur von fast 80 Grad. Gut, dass jetzt Winter ist. Aufgrund der lebensfeindlichen Bedingungen ist die Lut auch heute noch menschenleer.

40 km östlich von Shahdad befindet sich ein schönes Naturphänomen, das durch Erosion entstanden ist: die Kaluts / Kalouts.

Mit dem Fahrzeug kann man um die Felsformationen herumfahren. Mehr Spaß macht das sicherlich mit einem Buggy oder Quad, weil die Ebene teilweise ziemlich wellig ist, was mit einem Expeditionsmobil weniger schön zu fahren ist.

Besonders schön ist es, wenn die untergehende Sonne die Felsformationen in ein warmes Licht taucht. Wir bleiben gleich zwei Nächte. Genießen die Ruhe.

Vorbei an den „eiergeformten“ Bergen und dem Salzfluss mit vielen Übernachtungsmöglichkeiten abseits der Straße biegen wir rund 90 km hinter den Kal(o)uts rechts tiefer in die Wüste ein. Dort gibt es genug Spuren. Während wir über die Ebene fahren sehen wir deutlich, dass wir über eine dicke Salzschicht fahren. An manchen Stellen ist sie nicht mehr so robust und es entstehen Löcher.

Unser Ziel ist die Abrisskante eines Plateaus, die wir nach 18 km erreichen. Von hier aus haben wir einen grandiosen Blick über die Landschaft. Es ist unbeschreiblich schön! Hier machen wir mit einem Stück unseres Palmenstamms an, den wir unterwegs abgehackt und -gesägt haben, ein kleines Lagerfeuer. Wenn die Zeit nicht drängen würde (unsere Visa laufen langsam ab), würden wir hier so einige Tage verbringen…

Leider müssen wir den Ort einen Tag später wieder verlassen und passieren die (zu der Zeit) einzige Polizeikontrolle in der Wüste. Die erhobene Hand kennen wir ja schon – wir müssen anhalten. Auf Farsi werden wir gefragt, woher wir kommen und wohin wir wollen. Die Pässe wollen sie sehen. Nachdem wir seit den Canyons nicht mehr kontrolliert wurden, nehmen wir es mit Humor, als einer der Soldaten mit unseren Pässen den langen Weg ins Gebäude läuft und hinter ihm die Tore geschlossen werden. Es dauert und so schauen wir den anderen jungen Soldaten an der Station zu, die gerade selber aus Zement eine Grube für Fahrzeuge bauen. Ein Iraner fährt gerade ein paar Dromedare auf der Ladefläche seines Wagens spazieren. Und gerade als wir uns fragen, ob der Soldat wohl wiederkommt, öffnet sich das Tor und ein anderer Soldat bringt unsere Pässe zurück. Wir dürfen weiterfahren.

Irgendwo in der Wüste Lut
Übernachtungsplatz irgendwo an einem Canyon in der Wüste Lut

Auf dem weiteren Weg nach Nehbandan ist das Hinweisschild „Sand Sea“ nicht zu übersehen. Das klingt so spannend, dass wir der (Well-)Piste 35 km folgen, um schließlich in einem kleinen ausgetrockneten See vor einer großen Sandwand zu stehen. Besonders an dem Ort ist, dass sich auf der einen Seite der Straße dunkle, beinahe schwarze Kiesberge und auf der anderen Seite hellbraune Sandberge befinden. Der Kontrast ist erstaunlich. Oben auf der Sanddüne haben wir einen fantastischen Blick auf das – wie angekündigt – Sandmeer! Wir bleiben wieder eine Nacht.

Kurz vor Nehbandan fahren wir über einen Pass von wunderschönen Bergen,den Merikhi Mountains – einem Meer aus Bergen! Wir nennen sie „Schokoberge“, weil sie so schön marmoriert sind und irgendwie an Schokolade erinnern.

Über Nehbandan fahren wir an der afghanischen Grenze nach Zahedan. Wir haben gelesen, dass man diese Strecke meiden soll wegen der vielen Kontrollen. Erst hatten wir uns aus diesem Grund gegen diese Strecke entschieden, aber nochmal die gleiche Strecke zurück? Ist auch langweilig, also entscheiden wir, nach Zahedan zu fahren. Und ausgerechnet HIER kontrolliert niemand! Da, wo man‘s am ehesten erwartet…

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2 Gedanken zu “Die Wüste Lut: Kal(o)uts, Sand und me(e/h)r

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