Berat, Gjirokastër, ein Schwefelbad und NOCH ein ‚Blaues Auge‘

Wenn man nach Sehenswürdigkeiten in Albanien sucht, stößt man unweigerlich auf die beiden hübschen Städte Berat und Girokastër, sowie das „Blue Eye“ im Süden Albaniens. Da müssen wir natürlich hin!

Berat

Berat (albanisch auch Berati) liegt am Fluss Osum und wird auch „Die Stadt der tausend Fenster“ genannt. 1961 wurde sie offiziell zur Museumsstadt ernannt, seit 2008 zählt sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Typisch historisch sind die weißen Häuser und in bestimmten Stadtteilen sind Neubauten verboten, um das historische Stadtbild zu erhalten. Der Häuser wegen wird Berat auch „Die Stadt der tausend Fenster“ genannt. Es führen zwei Brücken in der Stadt über den Osum: die eine aus dem 18. Jahrhundert, die andere ist eine moderne Brücke. In ersterer Brücke soll der Legende nach eine Frau eingemauert sein; ein Menschenopfer, um die Brücke zu schützen. Wir waren übrigens in einem sehr hübschen Kaffeeladen an der Hauptstraße, weil Alex‘ Kaffee zur Neige ging. Frisch gemahlen und verpackt in 100g-Päckchen *mmmmhhh*…

Gjirokastër

Von der „Stadt der tausend Fenster“ geht es in die „Stadt der tausend Stufen“: Die zweite schöne Stadt ist Gjirokastra oder auch Gjirokastër. Sie liegt im Süden Albaniens an der SH4 und taucht plötzlich im Tal auf, wenn man gar nicht mehr damit rechnet. Eine steile Straße führt zur Stadt rauf, denn Gjirokastër ist an den steilen Hängen des Mali i Gjerë gebaut, einem Gebirge, das sich auf fast 2.000m erhebt. Es gibt zwei Parkplätze vor der Stadt, wo man parken kann. Danach sollte man zu Fuß weitergehen, denn die Straßen in dem Ort sind äußerst eng. Das besondere an der Stadt ist, dass die Dächer der traditionellen, albanischen Häuser mit flachen Steinen bedeckt sind. Kein Weg ist eben: es geht entweder bergauf oder bergab. Für ein kleines Eintrittsgeld von nur 200 Leke kann man durch die Festung, die über der Stadt thront, laufen und hat von oben noch einen atemberaubenden Blick auf die Stadt und die Bergkulisse! Gjirokastër hat eine wunderschöne Altstadt mit zahlreichen Restaurants und Bars:

Das echte „Blue Eye“

Erinnert Ihr Euch noch an das „Blue Eye“ in Theth? Das war schon sehr hübsch und nach der Wanderung durch den Canyon ein Erlebnis; vor allem das kalte Wasser auf der Haut zu spüren. Im Süden Albaniens gibt es nun das wahre „Blue Eye“: Man folgt der SH8 bis Sarandë, biegt dann nach links ab auf die SH99 und noch vor Muzinë biegt man wieder links ab auf eine Piste, die direkt zum „Blue Eye“ führt. Es ist eine Attraktion mit Parkplätzen davor; also eigentlich etwas, das wir eher meiden. Das Wasser des „Blue Eye“ tritt unter hohem Druck aus einem Quelltopf hervor. Die Wassertemperatur beträgt gerade mal 10 Grad – eine perfekte Abkühlung bei 30 Grad und Sonne pur! Durch den hellen Kalkstein bekommt das Wasser im Sonnenlicht diese wunderbare, tiefblaue Farbe. Wir lassen uns nicht entgehen, hineinzuspringen. Da wir außerhalb der Saison hier sind,  ist das kein Problem. Die Farben sind gigantisch: das tiefe Blau des Quelltopfes, das satte Grün der Wasserpfanzen und die weißen Steine im Fluss! Das „Blue Eye“ war tatsächlich mal kurz im Somme 2004 ausgetrocknet. Wahrscheinlich hängen deshalb noch Seile an den Stellen, wo es im Quelltopf in die Erde geht. Und weil das Wasser klarer nicht sein könnte, füllen wir etwas davon mit unserer Pumpe in unseren Wassertank :); „Blue Eye“ to go!

Das Schwefelbad bei Përmet

Als ich gelesen habe, dass es ein Schwefelbad in Përmet an der SH75 gibt, war das Ziel auch klar. Dabei handelt es sich um ein natürliches Schwimmbad mit mehreren Schwimmbecken. Läuft man den Fluss hinter der alten Brücke ein paar Meter entlang, befindet sich auf der linken Seite die kalte Schwefelwasserquelle. Man kommt sich ganz gesund vor, wenn man neben den Einheimischen so im Wasser liegt. Aber das ist natürlich Quatsch: ein solches Schwefelbad müsste man regelmäßig nehmen und selbst dann ist die heilende Wirkung fraglich…

Am interessantesten war allerdings für uns, wie „Parkgebühren“ eingetrieben werden: Am Abend fahren wir durch die offene Schranke und kommen auf dem Parkplatz vom Schwefelbad an. Und schon nähert sich ein Mann mit Zetteln in der Hand: er sei der Parkplatzwächter und wolle Parkplatzgebühren von uns haben: 400 Leke. So viel Geld haben gar nicht mehr, da wir eigentlich schon auf dem Sprung nach Griechenland sind. Also zahlen wir „nur“ 300 Leke. Am nächsten Morgen steht wieder ein (anderer) Mann auf dem Parkplatz, allerdings hat er eine Warnweste an, und fordert Parkplatzgebühren von uns, obwohl wir wegfahren wollen. 200 Leke wolle er. Komisch, denken wir, weniger als am Vortag? Wir zeigen den Zettel vom Vortag, wo „300 Leke“ draufsteht. Er schüttelt den Kopf: da sei kein Stempel drauf! Er sei der „richtige“ Parkplatzwächter und er fordere nun 200 Leke. Es wird uns zu bunt und wir drohen mit Polizei, denn uns geht auf, dass diese Männer überhaupt nicht befugt sind, Parkplatzgebühren einzutreiben. Außerdem haben wir eh kein Geld mehr. Als wir mit Polizei drohen, ist er sofort ruhig und lässt uns fahren…

Es geht jetzt nach Griechenland…


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