Korab: Gipfelglück auf dem höchsten Berg

Wir wollen mal wieder auf einen höchsten Berg. Ich finde den Berg Korab; er ist zugleich Albaniens UND Mazedoniens höchster Gipfel! Zwei Fliegen mit einer Klappe. Ich Fuchs! 😀 Der Berg liegt exakt dort, wo die mazedonisch-albanische Grenze verläuft und ist der höchste Gipfel des Korabgebirges. Die Höhe ist ein bisschen streitig: albanische Quellen geben die Höhe mit 2.754m, mazedonische Quellen geben die Höhe dagegen mit 2.764m an. Wir machen uns vorher schlau und lesen, dass der Weg über den albanischen Wanderweg ab Radomirë zum einen schwer zu finden und zum anderen stark minengefährdet sei und deswegen nicht empfohlen werden kann. Also entscheiden wir, einen riesigen Umweg zu fahren. Da wir uns gerade am Koman-Stausee befinden, fahren wir über die SH31 über Peshkopi zur Mazedonischen Grenze und dort über Debar in den Mavrovo-Nationalpark. Obwohl ich vorher gelesen habe, dass man ein Eintrittsgeld für den Nationalpark bezahlen muss, gibt es niemanden, der etwas von uns fordert. Auf der R1202 auf mazedonischer Seite halten wir noch am Restaurant unterhalb des Klosters Bigorski und genießen ein wundervolles Essen für wenig Geld.

Danach fahren wir bis zum Anfang der schmalen Straße, die von der R1202 bei Volkovija nach links abgeht. Weil wir nicht wissen, wie weit wir mit dem Benz kommen, schnappen wir uns noch am Abend die Räder und fahren bis zum letzten Grenzpolizeiposten. Das sind 550 hm auf 13 km. Wir entscheiden, mit dem Benz zumindest bis zum ersten Grenzpolizeiposten zu fahren, um dort zu übernachten. Die 6,5 km bis zur zweiten Grenzpolizeistation, dem Ausgangspunkt der Wandertour, wollen wir am nächsten Morgen mit dem Fahrrad fahren.

Am Morgen des 7. September 2017 gegen 10 Uhr fahren wir bergauf. Früher musste man für die Besteigung  des Korab von der mazedonischen Seite die Genehmigung des Innenministeriums einholen; heute ist das nicht mehr notwendig. Bergsteiger müssen lediglich ihre Pässe bei den Grenzpolizeistationen im Grenzgebiet vorzeigen. Bei uns will niemand unsere Pässe sehen. Eine Stunde später haben wir die Räder an der zweiten Polizeistation angeschlossen, kurz Pause gemacht und folgen dem sehr gut markierten Wanderweg Richtung Gipfel. Uns begleitet der Wachhund von der zweiten Station über eine halbe Stunde lang bis zu einer Schaffarm. Dann bleibt er zurück.

Der Wanderweg führt relativ steil, bis zu 32,7%, bergauf über Landschaften, die an den Durmitor-Nationalpark erinnern. Gegen 14:30 Uhr sind wir auf dem Gipfel auf 2.764m über dem Meeresspiegel.

Der Ausblick vom Gipfel ist fantastisch! Auf der einen Seite Albanien, auf der anderen Mazedonien und in dritter Richtung ganz weit hinten kann man den Kosovo erahnen. Es ist so warm, dass wir im T-Shirt auf dem Gipfel stehen können.

Dort oben lernen wir Christian aus Frankreich kennen. Er ist dem Wanderweg aus Radomirë, Albanien zum Gipfel gefolgt. Wir erkundigen uns, ob das nicht gefährlich sei. Er erzählt uns, dass zwar der Wanderweg etwas schwierig zu finden sei, wenig Wegmarkierungen, aber die albanischen Landminen seien ein Mythos und die Minen, so sagt man auf albanischer Seite, seien eher auf dem mazedonischen Wanderweg zu finden. Interessant! Da hätten wir uns den Umweg von guten 100 km (einfache Strecke) ja sparen können…

Insgesamt sind wir 30 km unterwegs gewesen, haben 1.830 hm überwunden und für die gesamte Wanderung 7:30 Stunden gebraucht.

Der Welpe von der Polizeistation
Der Welpe von der ersten Polizeistation ist interessiert an meinem Fahrrad
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3 Gedanken zu “Korab: Gipfelglück auf dem höchsten Berg

    1. Hallo,

      ganz lieben Dank für diesen Kommentar! Wir freuen uns sehr, wenn wir wertvolle Informationen weitergeben und Euch sowie unsere anderen Leser für die ein oder andere Wanderung begeistern können 😃. Die Wanderungen auf den Olymp (siehe Griechenland) und auf den Moldoveanu (siehe Rumänien) haben uns auch noch sehr gut gefallen.

      Viele Grüße
      Nicole & Alex

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