Unser neues Heim: Fahrzeugaufbereitung (2)

17. November bis 3. Dezember 2016

Fahrgestell

Die hinteren Federpakete werden für die Luftfederung vorbereitet. Dazu werden die oberen Federblätter (Schwerlastlagen) entfernt. Die Hinterachse wird um weitere 8cm angehoben, Alex sägt die Distanzblöcke zu. Die Briden (Haltebolzen) müssen länger werden und werden deshalb erneuert.

Das Fahrgestell ist nun fertig mit Brantho-Korrux 3in1 lackiert: in einem schönen Nova-Grau. Als die Farbe trocken ist, können wir unseren Benzy wieder auspacken – wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk :). (Nachtrag 29.05.2018: Leider hält die durch 4wheel24 aufgetragene Farbe nur von 12 bis Mittag: wir sind noch gar nicht losgefahren, da blätterte an vielen Stellen bereits die Farbe ab. Im Nachhinein betrachtet hätten wir uns die Lackierung des Fahrgestells lieber gespart.)

Wir können die durch BOSCH aufbereiteten Einspritzdüsen wieder abholen und einbauen. Die Ventile werden eingestellt, eine neue Dieselhandpumpe eingebaut, eine neue und stärkere Lichtmaschine (80AH/24V anstatt 55Ah/24) eingebaut und gleich die Keilriemen gewechselt.

Fahrerkabine

Den Boden des Fahrerhauses schrubben wir gründlich, entrosten und grundieren wo nötig, dann wird er lackiert (auch Nova-Grau). Es kommt noch eine Antidröhn-Schicht auf den Boden.

Außerdem kaufen wir neue Dichtungen für Motorhaube und Türen. Alex überarbeitet das Türschloss. Der Zündschlüssel passt nicht auf die Türen. Damit wir nur einen Schlüssel brauchen, feilt er lang am Zylinder herum.

Die Türen können wieder an die Fahrerkabine geschraubt und gerichtet werden. Die Fensterscheibe wird zu dritt eingesetzt. Der Fensterhebel unserer Klimaanlage (dreieckiges Fenster vorn) muss noch bearbeitet werden, damit der Hebel wieder hält und gedreht werden kann. Die Löcher im Dach des Fahrerhauses werden zugeschweißt.

Wie bereits im vorigen Beitrag erwähnt, haben wir die Innenverkleidung wieder unbehandelt vom Autosattler zurückgeholt. Mit ca. 1100 €uro war uns das viel zu teuer. „Das kriegen wir selber hin!“ sind Alex und ich uns einig. Also kaufen wir schwarzen Stoff mit Schaumstoffeinlage für 8,50 €uro und Sprühkleber von PETEC (wirklich klasse!) und so kleben wir in zwei Sessions zuerst die Rückwand, weil uns das am einfachsten erscheint und perfekt zum mehr oder weniger Üben :). Respekt haben wir vor dem Himmel. Hier gibt es so viele Vertiefungen, dass wir befürchten, hinterher Falten zu sehen, weil ich auf gar keinen Fall in den Ecken und Vertiefungen schneiden möchte. Also müssen wir ziehen und zerren, bis es passt. Der Sprühkleber ist dabei erbarmungslos, denn nach einer Einwirkzeit von 3 Minuten klebt das bereits so gut und fest, dass man den Stoff kaum noch mal abziehen kann, sollte man sich „verklebt“ haben und etwas korrigieren wollen. Das Ganze sitzt dann schon so fest, dass man eher die Schaumstoffeinlage abreist. Das heißt, höchste Konzentration! Denn für ein zweites Mal Bekleben reicht der Stoff nicht. Das Resultat kann sich sehen lassen:

Abgesehen von ein paar kleinen Klebspuren, die wohl nur wir sehen werden :), sind wir extrem zufrieden. Wir wissen noch nicht, wie sich der geklebte Stoff bei großen Temperaturunterschieden verhält. Da wir den Stoff ziemlich stramm draufgelegt haben, könnte es sein, dass sich unter Umständen der Kleber und damit auch der Stoff löst. Wir werden sehen. Nach dem Schrubben der Tür-Innenverkleidung entscheiden wir, diese einfach zu lassen wie sie ist. Unter dem ganzen Dreck trat ein hübscher Ockerton zutage, der ja eigentlich nicht unseren Farbwünschen entspricht, aber mit dem Schwarz zusammen dann doch wieder ein interessantes Bild ergibt. Da die Befestigungsdübel sowie die Sonnenblenden ebenfalls ockerfarben sind, ist das insgesamt stimmig und sieht besser aus, als hätten wir das einfach überpinselt.

Dachträger

Alex bereitet die Teile für den Dachträger vor. Zusammen mit Ronny, der das Ding schweißt, hieven sie schließlich das Werk auf das Dach. Da bekommt man schon eine Ahnung, wie das aussehen wird. Danach kommt alles wieder runter und geht zur Verzinkung.

Vorbereitung Innenausbau

Wir haben einen Termin beim Schreiner – Firma Möbel Huber. Hier sollen unsere Möbel angefertigt werden. Wir haben uns bereits Gedanken hinsichtlich der Möbelgestaltung gemacht und kamen sehr schnell zum Ergebnis: das muss heller werden als jetzt! Wir haben einen kleineren Raum zur Verfügung und wir werden auf Dachluken (bis auf eine im Bad, auf die wir einfach nicht verzichten können) verzichten. Wir landeten ziemlich schnell bei EICHE. Beim Schreiner gab es sofort den Vorschlag, dieses hübsche Furnier zu wählen:

Da ich mit festen Vorstellungen in die Besprechung reingegangen bin, war ich erst nicht so begeistert. Aber je länger ich mir die Bilder anschaute, desto schöner fand und finde ich dieses Furnier. Es sieht aus, als wäre jemand mit einem Pizzaroller übers Holz gegangen, längs und quer. Und das ist auch so gewollt. Das Holz fühlt sich schön „weich“ an und wird offenporig geölt.

Außerdem entscheiden wir uns, die Küchenarbeitsplatte aus Acrylstein fertigen zu lassen. Das sieht dann aus wie Granit oder Marmor, ist aber keins. Leichter als Granit/Marmor, aber schwerer als Holz ist Acrylstein relativ unempfindlich und sieht auch noch toll aus. Und anders als Granit/Marmor kann man Acrylstein mit Holzbearbeitungswerkzeugen bearbeiten. Wer sich also gefragt hat, was ein Schreiner mit Stein zu tun hat: das ist die Antwort :). Außerdem lässt sich Acrylstein dreidimensional thermisch verformen sowie fugenlos verbinden. Das ist besonders schön, wenn man zB übergangslose Waschbecken haben möchte. Wir entscheiden uns für HI-MACS aus dem Hause LG Hausys. Neben HI-MACS gibt es noch Corian aus dem Hause DuPont.

Alex sitzt nun stundenlang vor dem Rechner und zeichnet detailliert sämtliche Schränke. Wir müssen uns auch Gedanken darüber machen, wo das Holz zu sehen sein soll. Danach gehen die Zeichnungen zum Schreiner, damit dort schon mal die benötigte Menge Furnier und Holz bestellt werden kann. Zur Erleichterung wird alles so gut vorbereitet werden, dass wir die meisten Möbel nur noch einbauen müssen. Wir freuen uns schon auf Januar, wenn die Kabine in der Werkstatt steht und wir loslegen können.

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2 Gedanken zu “Unser neues Heim: Fahrzeugaufbereitung (2)

  1. Moin,, wir sind erst ganz am Anfang mit der Aufbereitung unseres MB 1224, aber aller Anfang ist schwer, deshalb habe ich eine ganze Menge Fragen und freue mich, wenn Du Lust und Zeit hast sie zu beantworten:
    Fahrerhaus:
    – warum muss das von Hand geschliffen werden? Welchen Lack, sprich Marke und Art, habt ihr für die Rückwand (Steinschlagschutz) und Außenwände genommen? Und womit habt ihr den Fahrerhaus Boden gereinigt, grundiert und lackiert?
    Fahrgestell:
    – was für einen Wunderlack hattet ihr bei den Bremstrommeln?
    – habt ihr das komplette Fahrgestell mit Spiritus gereinigt?
    – welchen Rostumwandler habt ihr genommen?
    – Welchen Lack, sprich Marke und Art habt ihr für das Fahrgestell genommen?

    Erst mal noch Glückwunsch zu Eurer Arbeit ! Sieht echt super aus!
    Vieel Grüße,
    Ssuanne

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    1. Hallo Susanne,
      wir haben es so gemacht, weil wir es nicht besser wissen:-)
      – in die Ecken und Kanten sind wir nur mit unseren Händen gekommen
      – wir haben viel mit dem Dampfstrahler gereinigt; im Fahrerhaus haben wir mit Silikonentferner und mit Schleif-Vlies gearbeitet
      – alles, was Nova-Grau ist, wurde mit Brantho-Korrux 3in1 lackiert, auch die Bremstrommeln
      – das Fahrgestell haben wir lange und zweimal mit dem Dampfreiniger gereinigt
      – Rostumwandler haben wir von Fertan verwendet
      Euch weiterhin viel Spaß und Erfolg bei der Arbeit!!!

      Alex & Nicole

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