Gülück gehabt: Türkei bereisen, wenn sonst keiner will

Wir haben’s ein bisschen eilig: wir wollen uns mit Can und Esila in Bodrum treffen, also müssen wir uns jetzt ein bisschen ranhalten. Wenn man von Rumänien nach Bulgarien einreist hat man das Gefühl, man befände sich in Spanien.

Bulgarien: Stellplatz direkt am Schwarzen Meer
Unser Stellplatz in Bulgarien an der Schwarzmeerküste 😍

Es ist viel sauberer als in Rumänien und die Schwarzmeerküste ist gesäumt von Städten mit vielen Hotelanlagen. Aus Zeitmangel hält es uns nicht lange in Bulgarien und wir fahren zur Türkischen Grenze.

Am Montag nach dem Putschversuch in der Türkei, von dem wir gar nichts mitbekommen haben, weil wir keinerlei Nachichten lesen, reisen wir über Malko Tarnowo über die kleine Passstraße 9 in „Bulgaristan“ 😄 in die Türkei ein. Aus bulgarischer Sicht steht unserer Ausreise nichts im Wege und wir sind schnell durch. Und weil das so gut geklappt hat, saust Alex etwas zu schnell an den türkischen Grenzbeamten vorbei. Wir werden zurückgepfiffen. Und zum ersten Mal tut sich ein Grenzbeamter an unserem Fusel weh! Als er wieder rauskommt, blutet sein Daumen ein kleines bisschen. Er macht ein bedröppeltes Gesicht, während er auf seinen blutenden Daumen schaut. Ich frage ihn, wie er das gemacht habe. Er zeigt auf die böse Eingangstür. Keine Ahnung, wie er das geschafft hat; ich finde einfach keine scharfe Stelle, an der man sich  wehtun könnte. Die Sache mit dem Daumen beschäftigt ihn sehr. Ich frage ihn, ob er ein Pflaster haben wolle. Er nickt. Also verarzte ich den armen Grenzbeamten mit einem großen Pflaster. Ich will ihn fast fragen, ob er eine Bluttransfusion braucht, aber Scherze würde der Mann in seiner Situation gerade nicht verkraften. Mürrisch und immer noch mit seinem Daumen beschäftigt winkt er uns schließlich durch.

Durch die politische Lage in der Türkei verirren sich gerade nicht so viele Touristen in das Land. Das kommt uns sehr gelegen: die Strände sind nicht derart überfüllt wie sonst, Pamukkale lässt sich angenehm durchlaufen und eine Heißluftballonfahrt in Kappadokien kostet statt 250€ nur 70€ pro Person und wir können die Fahrt gleich am nächsten Morgen antreten; unter normalen Umständen undenkbar – da kommt man auf eine Warteliste!

Hier ein paar Eindrücke aus der Türkei:

Pamukkale

Kappadokien

Heißluftballonflug im August bedeutet: um 4:30 Uhr aufstehen, weil wir gegen 5:30 Uhr in den Korb „gesetzt“ werden. Obwohl 20 Gäste mit uns im Korb waren, hatte jeder genug Platz. Es gibt sogar Körbe mit Platz für 30 Personen. Der Preis bleibt allerdings gleich. Überall um uns herum erheben sich langsam die großen Ballons und wir erleben einen fantastischen Sonnenaufgang, während unser Pilot beinahe zentimetergenau durch die zerklüftete Landschaft steuert, indem er die Luftschlitze öffnet und schließt. Alex ist fasziniert davon, dass man einen Heißluftballon lenken kann und dann auch noch SO genau! Einfach unvergesslich.

Unser Stellplatz mit Aussicht auf die aufsteigenden Heißluftballons einen Tag später:

Sonstiges:

Wir sind ganz knapp dem Unwetter an der Schwarzmeerküste entkommen. Tage zuvor hatte es so heftig geregnet, dass eine Schlammflut den Ort Kurucasile getroffen und halb verwüstet hat und ein kleines Stück der Küstenstraße weggebrochen ist. Als wir eintreffen, werden Häuser vom Schlamm befreit und die Küstenstraße wird gerade notdürftig repariert, aber für uns ist da kein Durchkommen. Mit Robert, Alexandra und Lea, die wir zufällig unterwegs getroffen haben, fahren wir etwas die Küstenstraße zurück und wollen in einem kleinen Dorf am Strand übernachten. PKW stehen am Straßenrand und wir rätseln gerade, wo wir stehen könnten. Da fahren die Bewohner ungefragt ihre PKW weg, so dass wir hintereinander am Strand stehen können! Das nenn‘ ich mal Gastfreundschaft. Wir grillen gemeinsam am Strand. Da liegt so viel Holz durch das Unwetter herum, dass wir auch noch ein großes Lagerfeuer machen können. Am nächsten Tag trennen sich unsere Wege: Wir müssen 200km Umweg im Landesinneren fahren.

Uns ist besonders die enorme Gastfreundschaft der Türken in Erinnerung geblieben. Nicht nur einmal wurden uns Nahrungsmittel geschenkt. Alle Menschen grüßten uns freundlich, wenn sie den Fusel sahen und von der politischen Situation haben wir überhaupt nichts gespürt! Ja, es gab in vielen Städten Sicherheitskontrollen, aber meistens saßen die Polizisten nur gelangweilt herum. Letztlich war es genau die richtige Entscheidung!

Über Istanbul geht es nach Griechenland: Oli wartet.


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