Odyssee Teil 5 – Ende gut, alles gut

Als es darum ging, einen Ort in Polen oder Rumänien auszuwählen, an dem der Fusel repariert werden soll und weil wir aus Erfahrung wissen, dass das schon mal ein bisschen dauern kann, haben wir uns ganz bewusst für einen Ort entschieden, der laut Weltkarte attraktiv aussieht: Constanza in Rumänien am Schwarzen Meer! Schön, haben wir gedacht, dann können wir zum Strand, Sonne genießen, ein bisschen in der Stadt herumlaufen… Bereits in Kiew hatte Alex am 17. Mai mit After Sales FUSO gesprochen und man sagte uns, alle Ersatzteile seien auf Lager. Super, also werden wir nicht lange in Constanza stehenbleiben. Dachten wir. Nach unserer Ankunft in Constanza mit dem Abschleppwagen fahren wir am nächsten Tag, Montag, den 22. Mai 2016, mit Geruckel und Getöse im Schneckentempo einmal um das Mercedes-Gelände zur LKW-Werkstatt. Wir verkrümeln uns in die Stadt und als wir wiederkommen, steht der Fusel an anderer Stelle: man hat ihn bewegt und ist zu dem Schluss gekommen, dass da mächtig was kaputt ist. In den Ölen vom Differential und Getriebe sind Metallspäne. Inzwischen geht man davon aus, dass bei der Reparatur in Norwegen etwas schiefgelaufen ist. Der Tausch eines Lamellenpakets ist eben nicht einfach. Jetzt soll jedenfalls das gesamte Differential getauscht werden, was uns ganz lieb ist. Aufgrund des Schadens am Differential müssen nun aber auch noch Getriebe und Zwischengetriebe getauscht werden, weil sich der Schaden am Differential auch auf die Getriebe ausgebreitet hat. Nachdem es in den ersten Tagen (!) einige Schwierigkeiten beim Bestellvorgang gab, sind die Teile nun aber bestellt. Der Werkstattleiter empfiehlt uns, das Auto zu verkaufen. Ein Déjà vu…, das haben wir doch in Düsseldorf schon mal gehört?! Nix, der FUSO ist grundsätzlich ein tolles Fahrzeug! Wir haben ja bereits in Erfahrung gebracht, dass die Teile vorrätig seien und so erzählen wir dem Werkstattleiter, dass alles mit After Sales in Deutschland abgeklärt sei, man wisse Bescheid und die Ersatzteile würden demnächst eintreffen.

Man erlaubt uns, auf dem bewachten Werksgelände zu bleiben. Nachdem wir gehört haben, dass man in Rumänien viel „Zappzarapp“ mache, ist uns das ganz recht. Hier laufen um die vier Hunde herum, die nachts auf das Gelände aufpassen und jeden anbellen, der am Zaun vorbeiläuft. Tagsüber hört man keinen Mucks, aber sobald Feierabend ist, werden die Hunde wach und verdienen sich ihre Mahlzeiten als Wachhunde.

Da es am Samstag mal wieder regnet, wollen wir ab Sonntag ein Auto mieten. Als wir vor der Autovermietung Europcar stehen, die laut Internet auch sonntags geöffnet haben, ist niemand da. Auch als ich im Hotel nebenan nachfrage und die Dame extra für mich anruft und derjenige sogar noch sagt, er käme (!), kommt auch nach einer Stunde niemand. Wir sind frustriert. Wir wissen schon nicht mehr, was wir in Constanza machen sollen. Wir waren schon x-Mal am Strand, sind mehrmals mit den Rädern herumgefahren, haben 100€ (!) fürs Waschen von gerade mal 20kg Wäsche bezahlt, weil es hier einfach keine Waschsalons gibt, sind mehrmals Essen gewesen… Wir haben alles gesehen und so schön ist Constanza leider nicht. Ein kleiner Lichtblick sind die 13 zuckersüßen Spitzwelpen, die wir im Park in Constanza entdecken. Ich darf alle 13 Welpen streicheln; ich bin im Himmel!!!! 🙂

Am Montag stehen wir wieder bei Europcar vor der Tür und wieder ist niemand da! Wir gehen wieder ins Hotel und lassen anrufen. Aber niemand geht ans Telefon. Es ist bereits früher Nachmittag, Wolken ziehen auf. Wir laufen durch die Stadt. Wieder am WoMo versucht Alex, jemanden von Europcar zu erreichen. Und tatsächlich meldet sich Teodor, der sogar Deutsch spricht. Nachdem der Preis klar ist (leider müssen wir einen größeren Wagen nehmen, weil kein kleiner verfügbar ist) verabreden wir mit ihm, am nächsten Tag, Dienstag, gegen 10 Uhr den Wagen abzuholen. Als wir am nächsten Tag kurz nach 10 Uhr auf der Matte stehen, ist kein Teodor da. Wir warten noch etwas und rufen dann an. Wo er denn sei, wir würden hier auf ihn warten?! Ach, ob wir das Auto haben wollen? Ähhh, ja!!!! Das hatten wir doch so ausgemacht! Ja, wenn das so sei, dann sei er in 10 min da. Um kurz vor 11 Uhr haben wir schließlich einen fahrbaren Untersatz: einen hellblauen Skoda Rapido. Teodor behauptet dann noch kurz, während er den Vertrag fertig macht, um 8 Uhr hier im Büro auf uns gewartet zu haben. Ganz sicher nicht!

Wir fahren ins Donau-Delta und zu zwei Kletterspots (siehe Blogeinträge).

Schließlich wird das kaputte Differential ausgebaut und der Schaden deutlich:

Was aber war jetzt Ursache? Wir hatten das Pech, dass bei der Reparatur in Norwegen etwas schiefgelaufen ist. Dort hat man die Befestigungsklemmen am Differential vergessen, so dass …. Der Tausch eines Lamellenpakets ist eben nicht so einfach, besser wäre wohl der Tausch des kompletten Differentials gewesen. Aber egal, der Fusel läuft jedenfalls wieder :).


8 Gedanken zu “Odyssee Teil 5 – Ende gut, alles gut

    1. Hallo Jens, vielen Dank für Deinen Kommentar! Es sind tatsächlich gerade zwei deutsche FUSO-Mitarbeiter hier vor Ort, um den Fusel wieder zum Laufen zu bringen, aber richtig rund läuft es leider trotzdem nicht; die Ersatzteile sind immer noch nicht alle da. Wir hoffen, dass wir Anfang nächster Woche endlich wieder fahren können… Wir werden berichten 🙂

      Viele Grüße
      Alex & Nicole

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  1. Ich drück euch auch ganz fest die Daumen!
    Hoffe, das euer Fusel bald wieder flott ist 🙂
    Die zwei Mitarbeiter haben die jetzt aber nicht wegen euch eingeflogen? 😉

    Ciao

    Tobias

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    1. Hallo Tobi,

      ganz lieben Dank!!! Tatsächlich sind wir seit heute in die Wildnis entlassen, der Fusel ist wieder flott :); nach sage und schreibe 5 Wochen. Teil 6 folgt aber noch…

      Und ja: die zwei deutschen Mitarbeiter André & Andreas, das A-Team sozusagen, sind nur unseretwegen eingeflogen worden!!! 😀 FUSO wollte sicherstellen, dass es keine weiteren Probleme gibt…

      Liebe Grüße und wir hoffen, Dir geht’s gut :),

      Alex&Nicole

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  2. Gut gemachte Website. Und eine beneidenswerte Reise. Wir sind noch in den Vorbereitungen und werden ebenfalls bei Woelcke bauen lassen (inzwischen 2 Jahre Lieferfrist). Übrigens gibt es inzwischen eine Alternative zum Fuso Canter, den Iveco Daily mit Achleitner Umbau 4×4 offroad mit bis zu 6t zGG. Kommt im 2017 auf den Markt. XxxxxxxxxxX Weiterhin viel Glück und tolle Eindrücke. Grüsse aus der Schweiz, Christian

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    1. Hallo Christian,

      Vielen Dank für die netten Worte!
      Wir wünschen Euch viel Spass bei der Vorbereitung, die ist ja tatsächlich nicht zu unterschätzen! Euer Projekt sieht toll aus! Der Aufbau ähnelt unserem ja und vom Grundriss sind wir begeistert, der Alkoven ist einfach klasse! Allerdings kommt mir Dein geplantes Leergewicht ziemlich optimistisch niedrig vor! Ich empfehle Dir dringend, dass Leergewicht verbindlich in dem Kaufvertrag zu vereinbaren!

      Viele Grüsse und alles Gute

      Alex

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      1. Ich habe noch eine technische Frage, Alex. Der Fuso Canter ist doch normalerweise bis 6,5t zugelassen. Eure Version hat 7,5t zGG. Wie war das möglich und welche Reifen habt ihr (bzgl Tragfähigkeit)? Musstet ihr Fahrwerksverstärkungen vornehmen (ausser den erwähnten zusätzlichen Blattfedern)? Gruss, Christian

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      2. Hallo Christian,
        laut Fuso ist unser Fahrgestell auf 7,5t ausgelegt. Die Vorderachse kann mit bis zu 2,8t und die Hinterachse mit 6,0t belastet werden. Dazu kommt das max. Zuglastgewicht von 10t. Lediglich der Rahmen darf nicht punktuell belastet werden und es ist ein entsprechend starker Zwischenrahmen zu verwenden. Somit ist die eigentliche Auflastung kein Problem gewesen. (Die von Woelcke angebotenen Reifen Michelin XZL 255/100R16 wurden damals mit Felgen verbaut, die einen Schlauch notwendig gemacht haben.)
        Wir haben nun Michelin 285/70R19,5 Multi X (schlauchlos) an unserem Fuso mit einer Traglast von 3.000kg je Reifen, bei Einzelbereifung. Das sind normale LKW M&S Reifen und keine speziellen Geländereifen.

        Da mit den Werten das Fahrgestell theoretisch 8,8t tragen kann, hat der TüV-SÜD die Auflastungen ohne Beanstandung durchgeführt.

        Neben der unbedingt notwendigen Federverstärkung, haben wir jetzt hier in Konstanza auch verstärkte Stoßdämpfer der Firma Marquardt eingebaut. Das ist ebenfalls unbedingt notwendig, die originalen haben kaum Wirkung! Sonst gibt es keine Veränderungen am Fahrgestell.

        Wenn Du weitere Fragen hast, können wir auch gerne über FB oder WA telefonieren.

        Viele Grüße

        Alex

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