Die Krux mit der russischen SIM-Karte

Wir haben mal wieder einen schönen Übernachtungsplatz gefunden: am Peipussee, der an der estländisch-russischen Grenze liegt. Wir parken in respektvollem Abstand, aber dennoch gut sichtbar von einem Grenzposten entfernt. Häufig sieht man an solchen Grenzgebieten ein Warnschild, dass man diese Gebiete nicht ohne „Permission“ betreten darf. In Russland gibt einige solcher Gebiete, in die man nur mit spezieller Erlaubnis darf. Dieses Mal stand aber auf dem Schild: „Betreten nur mit Passport oder ID-Card“. Passt, denken wir. Nachdem wir es uns schön gemütlich gemacht und einem interessierten Pärchen unseren Fusel von innen gezeigt haben, kommen zwei Männer von der Armee zu uns. Die beiden Männer fordern uns auf, unsere Pässe vorzuzeigen. Nach einem Blick darauf fragen sie nach etwas, das wir nicht verstehen. Sie zeigen auf den Stempel im Pass und fragen nochmals nach etwas; wir verstehen nicht. Dann telefonieren sie. Wir verstehen nur „Germaniya“. Als sie das Telefonat beendet haben, werden wir des Platzes verwiesen. Sie zeigen auf das Fahrzeug und sagen das deutsche Wort: „Strafe!“ Ein Wort, bei dem wir sofort strammstehen. Wir können nicht herausfinden, warum und was verboten ist. Meinen sie Wildcampen? Oder ist es doch wegen des Grenzgebietes? Wir fahren. Nur zwei, drei Kilometer weiter stehen wir am selben See, aber etwas weiter entfernt vom Wachposten. Als ein paar Bewohner des nächstgelegenen Ortes vorbeikommen und unseren Fusel begutachten, fragen wir mit Handzeichen nach, ob es Problem sei, hier zu übernachten, vor allem wegen des Militärs. Nein, kein Problem. Also machen wir uns einem schönen Grillabend.

Das Internet funktioniert nicht mehr. Und wir haben keine Ahnung, warum. Auf den Geräten steht etwas auf Russisch, das wir nicht verstehen. Wir versuchen zu entziffern: mit den ganzen falschrummen „N“s, falschrummen „R“s, „H“s, die keine sind, „C“s, die keine sind, Buchstaben, die wie Ziffern, Galgen oder Tische aussehen und Buchstaben, die sich ähnlich, aber doch komplett anders sind. Es ist wieder so wie in der 1. Klasse, wo man sich mühsam die Wörter erarbeiten muss. Kreditkarteninformationen werden abgefragt, aber das Aufladen funktioniert nicht. Und überhaupt: Wir hatten ja für 700 Rubel 30 GB für einen Monat in Wyborg gekauft, ca. 25 GB müssten noch übrig sein. Komisch. Nächstes Ziel ist also ein МТС-Laden. Den nächsten finden wir in Pskow. Im Shop fragen wir nach. Es stellt sich heraus, dass die SIM-Karte, die wir gekauft haben, nur für das Gebiet Sankt Peterburg und Oblast Leningrad gilt. Verlässt man dieses Gebiet, muss man Roaminggebühren bezahlen! Obwohl man noch in Russland ist! Würden wir also eine neue Karte in Pskow kaufen, würde diese auch nur für Oblast Pskow gelten. Oh man… Da die Roaminggebühren überschaubar sind (50 Rubel pro Tag/ Stand Mai 2016), kaufen wir gleich 6 Tage dazu. Später in Moskau hören wir von anderen Weltreisenden, dass es möglich ist, eine SIM-Karte für ganz Russland zu erwerben:

1) Man kennt einen Einheimischen und kauft eine SIM-Karte über seinen Pass (die Alternative kannten wir zwar, half uns aber nicht)

Oder 2) man kennt einen Einheimischen, der zumindest übersetzt, dass man eine SIM-Karte für ganz Russland möchte und dann klappt das wohl auch mit dem ausländischen Pass. Ob der Preis gleich ist, wissen wir nicht.

Wir gehen noch kurz etwas essen…


…und fahren weiter Richtung Moskau.


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