Ein Eishotel schmilzt

Nun sind wir doch noch mal in Schweden, fahren sogar die selbe Straße, die wir bereits bei unserem kurzen Schwedenabstecher genommen haben. Da wir vom Nordkap noch einmal in die Lyngenalpen gefahren sind, liegt Schweden auf dem Weg nach Finnland. Ursprünglich wollten wir in Abisko in einem Canyon im Nationalpark (direkt am Tourismuscenter) Eisklettern, aber der Canyon wird von vielen Touristen besucht, so dass man beim Klettern keine Ruhe hat. Außerdem ist der Canyon wesentlich kleiner als gedacht und es ist zu warm, so dass das meiste Eis bereits weggeschmolzen ist.


Wir fahren weiter Richtung finnische Grenze.

Fischerhütten in Schweden
„Fischerhütten“ auf einem vereisten See in Schweden

Vor Jahren habe ich in einer Zeitschrift mal einen Bericht über ein Eishotel gelesen und wollte das unbedingt mal sehen. In Schweden bietet sich nun die Gelegenheit, denn wir fahren durch die Stadt Kiruna. Dort in der Nähe, nämlich in Jukkasjärvi, steht das berühmte Eishotel (eishotel-schweden). Auf dem Weg dorthin fragen wir uns, ob es nicht bereits weggeschmolzen ist, weil es ja schon ziemlich warm ist. Als wir davorstehen, ist der Schock groß: der horende Eintrittspreis von sage und schreibe 65€ für zwei Personen, nur um das Eishotel mal von innen zu sehen (!), sorgt für Schnappatmung. Ok, dafür bekommt auch noch eine tolle Führung, aber im Ernst: 65€???? Wir holen uns kein Eintrittsticket, sondern laufen einfach nur etwas auf dem kleinen Gelände herum (wahrscheinlich hätten wir dafür auch schon Eintritt zahlen müssen, aber es ist niemand da, der uns aufhält :)).

Interessant ist, wie die Idee des Eishotels entstanden ist: Während einer Eisausstellung im Jahr 1989 präsentierten japanische Künstler ihre Kunstwerke. Im darauffolgenden Jahr wiederholte sich die Ausstellung, fand aber dieses Mal in einem Iglu statt. Spontan übernachteten die Gäste einfach mit Schlafsäcken im Iglu. So begann eine einzigartige Hotelgeschichte. Inzwischen ist eine kleine „Eisstadt“ daraus geworden, die immer größer wird und derzeit nicht nur aus einem Hotelkomplex mit verschiedenen Zimmern besteht, sondern auch aus einer Kapelle, in der man heiraten kann, wie wir gesehen haben, und einer „Icebar“. Zahlreiche Künstler kommen aus aller Welt, um ab Anfang November jedes Jahr von neuem das Eishotel aufzubauen und zu gestalten. Mitte Dezember sind die Arbeiten abgeschlossen und das Eishotel für Besucher geöffnet.

Leider ist die Kuppel des großes Iglus bereits eingebrochen, sämtliche Schnee- und Eisskulpturen sind zur Unkenntlichkeit weggeschmolzen und auch so sieht das Gelände jetzt sehr trostlos aus: wir sind wohl etwas zu spät dran, obwohl die Saison eigentlich erst Mitte April endet. Je nachdem, welches Zimmer und wann man dort schlafen möchte, kostet das zwischen 100€ und 550€. Die Raumtemperatur beträgt zwischen -5 und -8 Grad, weshalb Gästen empfohlen wird, nicht mehr als eine Nacht in einem „Eiszimmer“ zu verbringen. Geschlafen wird in Thermoschlafsäcken mit zusätzlich eingelegtem Baumwollschlafsack auf Rentierfell. Da Alex allergisch auf Getier reagiert, schlafen wir dann doch wie gewohnt im WoMo :). Übrigens: die für den Bau erforderlichen Eisklötze werden in der Eisproduktion nebenan hergestellt.

Irgendwo in Schweden
Unser Übernachtungsplatz irgendwo in Schweden

 

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