Skimountaineering in Finnland: Saana bei -20 Grad

Als wir gelesen haben, dass man in Finnland Skimountaineering betreiben kann, waren wir überrascht. Hohe Berge in Finnland? Zugegeben: die Auswahl hält sich in Grenzen. Dort, wo sich Finnland im Nordwesten ein bisschen zwischen Schweden und Norwegen verirrt, da gibt’s auch Berge. Wir haben nur einen Berg mit einer Wegbeschreibung gefunden, den 1.029 m hohen Saana. Er ist nicht besonders hoch, aber wenigstens von finnischer Seite gut zugänglich (anders als der höchste Berg Finnlands). Er liegt im besagten Dreiländereck knapp hinter der norwegisch-finnischen Grenze inmitten einer schneeweißen Landschaft im Nationalpark Lehtojensuojelualue (wenn ich mich jetzt nicht verschrieben habe). Im Dorf Kilpisjärvi (benannt nach dem See Kilpis – Kilpisjärvi = Kilpis-See) startet man am Parkplatz und folgt den Wegmarkierungen durch einen kleinen Birkenwald ungefähr 4 km bis zum Gipfel, den man bereits nach 556 Höhenmeter erreicht hat.

 
Vom Gipfel hat man einen tollen Blick über die schneeweiße Landschaft:

Saana Gipfel

Also grundsätzlich eine kleine, sehr leichte Tour, wäre da nicht die Kälte. Insbesondere bei der Abfahrt: die ungefähr -20 Grad (kann auch etwas mehr gewesen sein) im Fahrtwind spüren wir deutlich! Das Sprechen fällt schwer: unsere Gesichter sind eingefroren.

Der höchste Berg Finnlands ist mit 1.324 m der Haltitunturi (kürzester Anstieg auf norwegischer Seite), wobei das Halti-Massiv sowohl auf finnischer als auch norwegischer Seite liegt. Und wie soll es anders sein, den Norwegern gehört der höchste Gipfel dieses Massivs, der 1.365 m hohe Ráisduattarháldi. Dieser liegt nur rund zwei Kilometer nördlich der Grenze Finnlands – schade. Lange wurde der höchste Punkt Finnlands mit 1.328 m angegeben; dieser Messpunkt liegt aber knapp auf der norwegischen Seite. Wollten die Finnen etwa schummeln? Die Norweger wollen ja nicht so sein, und so gibt es angeblich seit 2015 Überlegungen, Finnland zum 100. Jubiläum der finnischen Unabhängigkeitserklärung im Jahr 2017 einen Gipfel zu schenken. Was man sich nicht alles zum Jubiläum schenkt. Übertreiben will man’s da aber auch nicht und so geht es hierbei um den 1.331 m hohen Nebengipfel Haldičohkka. Dazu müsste aber dann auch noch die finnisch-norwegische Staatsgrenze um etwa 20 m nach Nordwesten verlegt werden – ich bin gespannt.

Jetzt geht’s noch einmal in die Lyngenalpen :D!


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