Canyoning in den westlichen Pyrenäen: Garganta del Gállego

Nachdem wir uns gestern bereits unseren Abseilpunkt gesucht haben, geht es heute Morgen um den Túnel de Escarra herum bis zum gelichteten Uferhang. Abseilpunkte gibt es nicht. Der erste Baum ist nicht gut erreichbar, aber Alex probiert es trotzdem…, mit dem Ergebnis: der Baum hält nicht, zu dünn. Also muss die Leitplanke herhalten. Seil um die Leitplanke und los geht’s in zwei Etappen die ca. 50 Meter nach unten. Der einzige Stand auf dem Weg nach unten ist an einem Baum auf etwa halber Strecke. Hier ziehen wir das Seil ab, was schwierig ist, weil wir wenig Rangiermöglichkeiten haben und das Seil schwer über die Betonfassung der Leitplanke rutscht; die Reibung ist einfach zu groß.


Nach der zweiten Abseilaktion stehen wir mitten Flussbett. Wasser ist hier spärlich vorhanden. Es rauscht, aber wir sehen nichts. Das Wasser fließt unter uns, unter den Steinen und Felsen durch. Wir ziehen alles an: Neoprenanzüge, Helme, Gurte… Nach wenigen Schritten sind wir bereits von hohen Felswänden umgeben. Die gesamte Schlucht laufen wir ohne weitere Besucher, wir müssen uns den Weg selber suchen. Das macht das Ganze so spannend: was kommt wohl hinter dem nächsten Felsblock, hinter der nächsten Windung? Hier müssen wir mehrmals großes Felschaos über- oder unterklettern.


Teilweise sind Fixseile angelegt, die wir einfach nutzen können. Am einzigen Abseilpunkt im Canyon direkt neben einem Wasserfall (wirklich schön!) landen wir direkt im Wasser, und das ist richtig kalt.

 

Alex beim Abseilen – da ist jemand „Stromberg“-geschädigt…


 Hier ist wenig Sonnenlicht, nur Höhle und wir müssen einige große Wasserbecken durchschwimmen. Durchgefroren kommen wir nach etwa drei tiefen Wasserbecken wieder im Sonnenlicht an.


 Wir entscheiden uns nicht für den klassischen Ausstieg zur den Tunnel umgehenden Straße, sondern folgen dem Fluss noch etwas, biegen dann rechts in einen anderen Fluss ein, dem wir aufwärts folgen (mal eine ganz andere Richtung fürs Canyoning), denn der bringt uns nach insgesamt 1 1/2 Stunden direkt zum Parkplatz.

Ich habe Blasen an den Füßen und „verarzte“ sie mit Blasenpflaster in der Hoffnung, dass sie über Nacht wie durch ein Wunder einfach verschwinden.

Diese Tour ist mit dem Schwierigkeitsgrad II (von V) bezeichnet, also etwas für Anfänger. Aufgrund der abwechslungsreichen Umgebung (Felschaos, hohe schwungvolle Wände, mehrere zu durchschwimmende Becken…) hat uns diese Tour wesentlich besser gefallen als die durch den Barranco Gorgol!
Wir bleiben nach dem Ausstieg noch etwas am Ufer sitzen und fahren dann Richtung Jaca nach Canfranc. Unterwegs halten wir an einem Sportgeschäft: wir kaufen spezielle Seile (2 x 30 m, Dana9-Seile (8,9 mm)) fürs Canyoning (es sind statische Seile (unsere Kletterseile sind dynamische Seile – d.h., die ziehen sich lang, was beim Canyoning total doof ist – sind robuster und haben den Vorteil, dass sie sich nicht voll Wasser saugen; außerdem leuchten unsere in einem schönen Gelb) und noch einen Achter zum Abseilen für mich.
In Canfranc haben wir am Ortsende einen schönen Stellplatz auf einer Wiese direkt Fluss, am Río Aragón. Hier suchen wir auch schon den Wanderweg für die nächste Tour: Barranco Aguaré.

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