Canyoning in den westlichen Pyrenäen: Barranco Gorgol

Wir sind wieder in den Pyrenäen, aber dieses Mal zum Canyoning. Wir haben das beide noch nie gemacht. Da es jedoch dem Klettern sehr ähnlich ist, kann’s ja so schwer nicht sein…, denken wir. In der Nähe von Biescas finden wir unsere erste Tour. Schwierigkeitsgrad II/III (von V), aber nur 300m lang. Am Abend zuvor haben wir uns bereits die Einstiegsstelle angesehen und starten nun mit unserem dynamischen Kletterseil, unseren 3mm-Surfneoprenanzügen (die Canyoninganzüge haben eine Dicke von 5mm oder mehr), Klettergurten, Kletterhelmen und Wanderstiefeln die erste Tour. Glattgeschliffene Rutschen und schöne Wasserbecken sind hier im Barranco Gorgol besonders.


 Als wir an der zweiten oder dritten Abseilstelle stehen, wird es plötzlich voll. Vor uns gehen gerade mehrere Gruppen mit Führern durch den Canyon. Und das kann dauern.

Zeit zum Lernen! Uns fällt gleich auf, dass die Guides statische Seile haben, an denen sie abseilen. Dann binden sie die Seile so ab, dass sie gerade ins Wasser reichen und seilen nur an einem Strang ab. Ganz anders als wir das machen! Auch ihre Rucksäcke sind offen, so dass Wasser rein, aber auch wieder herauslaufen kann. Alex‘ Rucksack saugt sich schnell voll Wasser und ist dadurch sehr schwer. Unser Kletterseil ist schnell mit Wasser vollgesogen und unhandlich. Und DIE haben Neoprensocken! Wir haben kalte Füße!

Nachdem wir gelernt und eine Weile gewartet haben, kommt ein netter Guide zu uns und erklärt, dass wir nicht warten müssen, sondern springen können. 5 Meter in einen Gumpen, ohne Sicht zum Grund? Wir überlegen kurz und springen. Nur einige Minuten später stehen wir schon vor unserem nächsten Sprung, diesmal 7-8 Meter. Das kostet Überwindung. Zweimal überlegt und dann gesprungen.


Am nächsten Abseilpunkt ist wieder eine Gruppe vor uns. Irgendwann friere ich beim Warten. Der Neopren ist nass und selbst in der Sonne will das Zittern nicht aufhören. Während des Wartens fällt mir beim Checken meines Equipments auf, dass ich meinen ATC (Sicherungs- und Abseilgerät) offensichtlich beim ersten Sprung verloren habe. Das ist mir noch nie passiert. Ein weiteres Gerät habe ich nicht dabei. Alex gibt mir seinen ATC und seilt selber mit dem HMS (Halbmastwurf, ein Knoten) ab. Mit einem HMS am nassen Doppelseil abseilen ist gewöhnungsbedürftig. Alles verdreht sich und ist schwergängig.

Der dritte Sprung am Ausstieg ist auch wieder um die 5 m hoch, kann aber auch rutschend aus 3 m Höhe, was ich an dieser Stelle bevorzuge, bewältigt werden. Alex springt rein. Das Wasserbecken am Ende können wir gar nicht richtig genießen, weil uns viel zu kalt ist.

Das lange Warten ist ein großer Nachteil, wenn sich auch andere Gruppen im Canyon befinden. Der Vorteil aber ist, dass man „abgucken“ kann. Sei es beim Equipment, bei der Seiltechnik, sei es betreffend des Canyonings selber, denn ohne die Strecke zu kennen würde man niemals in irgendwelche Bassins springen, sondern ordentlich abseilen! Sind jedoch Guides vor Ort, verraten sie gerne, wo man springen kann. Letztlich ist es ein wahrer Glücksfall, dass wir ausgerechnet bei der ersten Tour so viele Gruppen mit erfahrenen Guides um uns herum haben.

Am Ende der Tour habe ich wunde Fersen; sie sind rot und Blasen deuten sich an.

Insgesamt eine schöne Anfängertour, ist aber eben auch sehr beliebt, wie uns die Guides verraten.

Noch am Abend fahren wir weiter nach Escarilla. Direkt vor dem Túnel de Escarra gibt es einen Parkplatz, auf dem wir übernachten wollen. Wir schauen uns ein bisschen um und folgen schon mal der den Tunnel umgehenden Straße bis zum Abseilpunkt für die morgige Tour.

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