Arolla und ein Schneehase – Skitour

Auf dem Rückweg fahren wir durch die Schweiz und übernachten in Arolla (Kanton Wallis in der französischsprachigen Schweiz) in der Gemeinde Evolène, unterhalb eines Restaurants. Der Ort liegt auf ca. 2000 m. Hier starten wir unsere Skitour zum Col de Bertol, die wir in einem Wanderführer gefunden haben. Das heißt, wir wollen dem Sommerweg folgen und hoffen auf Spuren. Wir finden aber keine, also müssen wir selber ran. Alex geht vor. Zunächst geht es durch einen Wald, dann quer über eine Skipiste. Nach der Skipiste geht es etwas bergab in eine Moräne (Steinfeld). Alex bleibt plötzlich stehen und zeigt auf etwas. Er hat einen Schneehasen entdeckt:

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Finde den Schneehasen 🙂
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Da isser 🙂

 

Nach einem Steinfeld geht es bergauf und im tiefen Schnee kostet das Spuren Kraft. Selbst als Zweiter sackt man noch ein. Als wir gerade ein steileres Stück am Hang gehen, reißt die Schneedecke um uns herum und sackt mit einem hörbaren „Wupp“ ein. Alex bleibt stehen und sagt, er laufe zügig allein ein paar Meter weiter. Dann soll ich mit einem grossen Abstand nachkommen, wenn der Schnee hält. Alles geht gut und wir gehen weiter; allerdings ändern wir etwas unsere Route und erhöhen den Abstand, was wir für sicherer halten. Das Wetter ist seit unserem Start schlecht und wird nun immer schlechter. Der Himmel schickt uns Graupelschauer. Dazu kommt noch eine gute Prise Wind, der uns den Graupel ins Gesicht peitscht. Es zwiebelt schön auf der Haut. Die Wolken werden immer dichter und so schaffen nur ca. 600 Höhenmeter, denn die Sicht wird so schlecht, dass wir kaum noch was sehen: es ist eine einzige graue Suppe.

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Schlechtes Wetter macht Aufstieg und Abfahrt zur Herausforderung

 

Wir entscheiden also, umzukehren. Die Abfahrt ist sehr schwer. Unebenheiten sind im Schnee nicht zu erkennen und wir tasten uns langsam vor. Das letzte steile Stück zum Steinfeld bewältigen wir langsam, um nicht zu stürzen. Nun müssen wir die Ski tragen, weil es wieder bergauf geht. Alex trägt meine Ski mit und stapft mit schwerem Equipment durch den knietiefen Schnee. Und als ob das nicht schon schwer genug wäre, müssen wir auch noch auf den unter dem Schnee befindlichen losen Steinen Halt finden. Das sieht wesentlich einfacher aus als es ist. Die Gefahr, umzuknicken oder abzurutschen und sich richtig weh zu tun, ist hier sehr groß.

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„Sherpa“ Alex bei der Querung der Moräne

 

Der Rest des Weges ab der Skipiste ist nicht mehr schwer und so sind wir schon sehr früh wieder am WoMo. Wir nutzen das aus und fahren gleich weiter Richtung Deutschland. Wir passieren noch eine kleine Sensation: die Pyramides d’Euseigne. Das Dorf Euseigne liegt verträumt zwischen Val d’Hérens und Val d’Hérémence. Die seltsamen Gesteinsformationen (Erdpyramiden) sind ganz natürlich durch Niederschläge entstanden; kaum zu glauben, wenn man das sieht. Hier in der Gegend kann man auch wunderbar wandern.

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Die „Pyramides d’Euseigne“

 

Auf dem weiteren Rückweg halten wir noch an der Eiger Nordwand: wir fühlen uns fit und schauen uns unser neues Projekt an… Kleiner Scherz ;).

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